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Brentano, Clemens / 1778-1842

Andere NamensformenBrentano, Maria [Pseud.]
Geburtsdatum8/9.09.1778
GeburtsortKoblenz-Ehrenbreitstein
Sterbedatum28.07.1842
SterbeortAschaffenburg
Berufe/StellungenLyriker ; Schriftsteller
FachgebieteSchreiben. Dichtung
Beziehungen (Link)Brentano, Maximiliane / 1756-1793
La Roche, Sophie von / 1730-1807
Brentano, Franz / 1838-1917
Hensel, Luise / 1798-1876
Werke (Auswahl)Die lustigen Musikanten, 1803 ; Legende von der heiligen Maria, 1841 ; Die Märchen, 1846 ; Gockel, Hinkel und Gackeleia, 1838 ; Der Goldfaden, eine schöne alte Geschichte, 1809 ; Die Märchen vom Rhein, 1844 ; Die Chronik des fahrenden Schülers, 1818 ; Des Knaben Wunderhorn, 1806 ; Godwi Bd. 1-2, 1801
Biogramm Als Sohn des italienischen Kaufmanns Pietro Antonio Brentano und der Jugendfreundin Goethes Maximiliane von La Roche erlebte er seine Kindheit in Frankfurt; ging dann auf Gymnasien in Koblenz, Heidelberg und Mannheim; begann auf Wunsch des Vaters eine Kaufmannslehre; 1797 Studium der Bergwissenschaften in Halle, wobei er jedoch eher seinen litarischen Neigungen folgte; es begann die Bekanntschaft mit Wieland, Herder, Goethe, Schlegel, Fichte, Tieck und Savigny; 1798 Studium der Medizin in Jena; ab 1801 studierte er in Göttingen Philosophie, im selben Jahr entstand die Ballade "Zu Bacharach am Rheine" über die Loreley; es begann die Freundschaft mit Achim von Arnim, der später seine Schwester Bettina heiratete und mit dem er 1802 eine Rheinreise unternahm; 1803 heiratete er die Schriftstellerin Sophie Moreau; ab 1804 war er in Heidelberg, das er zusammen mit Görres, Arnim sowie den Mythologen Creuzer und Karoline Günderode zum Zentrum der Romantik machte; der Rhein wurde als ideale Landschaft verherrlicht; er publizierte 1806 mit Arnim "Des Knaben Wunderhorn" und arbeitete an Arnims "Zeitung für Einsiedler" mit; 1807 starb seine Frau Sophie; 10 Monate später heiratete die 16-jährige Frankfurterin Auguste Bußmann, mit der er eine unglückliche Ehe führte. 1808 besuchte er mit Savigny München und Landshut; es folgte die Bekanntschaft mit den Gebrüdern Grimm in Kassel; mit einigen Werken auch aus seiner Münchner Zeit hat er den Regionen seiner Heimat ein literarisches Denkmal gesetzt, wie z.B. der "Chronika eines fahrenden Schülers" mit Laurenburg als zentralem Schauplatz; bei "Gockel, Hinkel und Gackeleia" schafft er durch den Bezug zum "Raugraf Gockel" die Verbindung zu Katzenelnbogen; 1809 war er in Berlin, wo er Mitglied der "Christlich-Teutschen Tischgesellschaft" wurde; 1811 hielt er sich auf dem Familiengut Bukowan in Böhmen auf; während der Befreiungskriege war er in Wien, 1814 erfolgte die Rückkehr nach Berlin; 1816 lernte er Luise Hensel kennen, unter deren Einfluss er zum katholischen Glauben zurückkehrte und am 27.02.1817 eine Generalbeichte ablegte sowie auf weiteres Dichtertum verzichtete; wenige Jahre später Fortsetzung des unsteten Wanderlebens: Frankfurt, Koblenz, Regensburg, Reise nach Paris, Tirol und in die Schweiz; ab 1833 war er in München, wo er seiner letzten Liebe, der Malerin Emilie Lindner begegnete; er verkehrte mit den katholischen Spätromantikern und verstarb bei seinem Bruder in Aschaffenburg.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Onkel des Philosophen Franz Brentano und Enkel von Sophie von La Roche.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Als Clemens Brentano vor 200 Jahren nach Berlin kam, gab es in der Hauptstadt Preußens nicht einmal eine Kanalisation. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation existierte nicht mehr, König Friedrich Wilhelm III. regierte mit absolutistischer Macht und versuchte die Niederlagen zu verdauen, die ihm Napoleon bei Jena und Auerstedt zugefügt hatte. Preußen war politisch schwer angeschlagen, doch noch bestimmte eine strenge Ständeordnung den Alltag der 175.000 Einwohner der Stadt. Ruhe war erste Bürgerpflicht. Die Angst vor dem revolutionären Gedankengut aus Frankreich war ebenso groß wie die Notwendigkeit grundlegender Reformen. Brentano war kein Revolutionär, er war Romantiker: Idealist auf der einen, Traumtänzer auf der anderen Seite und stets auf der Suche, vor allem wohl nach sich selbst. Der Familiensitz in Ehrenbreitstein bei Koblenz war einst Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen der Aufklärung gewesen; Brentanos Großmutter, Sophie von La Roche, eine Bestseller-Autorin ihrer Zeit. Clemens hatte in Halle, Jena und Göttingen studiert und im Kreis der Frühromantiker verkehrt. Er kannte Wieland, Herder, Goethe, Schlegel, Fichte, Tieck. Schwester Bettina heiratete 1811 in Berlin Brentanos Freund Achim von Arnim, mit dem er ab 1804 beider bekanntestes Werk, die Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn", herausgab. Als Brentano nach Berlin zog, hatte er sich bereits als Dichter einen Namen gemacht. Er war 30 Jahre alt, seine erste Frau, Sophie Mereau, war 1806 bei der Geburt des dritten Kindes gestorben. Kurz darauf hatte er die erst 16jährige Auguste Bußmann geheiratet, eine amour fou der deutschen Romantik. Dank einer Erbschaft konnte Brentano studierend, schreibend und Freunde besuchend durch die Lande reisen. In Berlin kam er 1809 bis 1811 bei von Arnim unter, einem gebürtigen Berliner, der in der Mauerstraße 34 wohnte. Die Stadt war um 1810 wichtigster Sammelpunkt der Spätromantik. Ihre Vertreter ergingen sich nicht nur in philosophischen Betrachtungen von Staat, Gesellschaft und Religion, sondern äußerten sich auch zum Tagesgeschehen: Politische Schriften im Kampf gegen Napoleon und seine Besatzungsmacht kursierten, Fichte hielt seine "Reden an die deutsche Nation" in Berlin, wo er 1811 erster Rektor der Universität wurde. Das gesellschaftliche Leben fand in den Salons statt, Brentano war gern gesehen. Unter sich blieb er mit seinesgleichen bei den Versammlungen der christlich-deutschen Tischgesellschaft, die Dichter und Philosophen, aber auch Offiziere und Juristen ins Gespräch brachte. Der Glaube an die Wiedergeburt der deutschen Nation und die Abneigung gegen das Judentum einte diese Gemeinschaft. Brentanos Schrift "Der Philister vor, in und nach der Geschichte" (1811) war eine Tischrede bei einem dieser Treffen. Ihr judenfeindlicher Grundtenor traf den Geschmack der Tischbrüder und wurde daher gedruckt. Journalistisch unterstützt wurde die politische Romantik von den Berliner Abendblättern, 1810 bis 1811 als eine der ersten Tageszeitungen von Heinrich von Kleist herausgegeben. Auch Brentano lieferte Beiträge. Er führte ein unstetes Leben, wurde auch in Berlin nicht heimisch. So nahm er seine Reise wieder auf, eine Reise, die immer mehr einem Herumirren glich: Er fand unter dem Einfluss der Dichterin Luise Hensel zum katholischen Glauben zurück, verfiel in Mystizismus. Von den politischen Visionen, für die er während seiner Berliner Tage stand, entfernte er sich immer mehr. Clemens Brentano erlag im Alter von 63 Jahren in Aschaffenburg einem Herzleiden. --- [Biographie übernommen aus: Rheinland-Pfälzer in Berlin : Frauen und Männer aus unserem Land und ihre Wirkungsstätten in Berlin / [Texte: Anna Köbberling ... ]. 5., erw. Aufl. Berlin : Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund der Europäischen Union, 2011]
Quellen
  • Literatur-Brockhaus 1988
  • Stadtarchiv Koblenz
  • Handschr. Konvolut Büchereistelle Koblenz, Irene Wiesner
  • Handschr. Konvolut Büchereistelle Koblenz, Henner Grube
  • Rhein-Zeitung, Ausg. CA. - (2007), vom 31.10., Beilage
  • Rhein-Lahn-Zeitung / Diez. - (2005), 100 vom 30.05.
GND-Nr. 118515055
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk00142
Zuletzt bearbeitet:30.12.2013
Weitere Informationen:
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von: Brentano, Clemens / 1778-1842
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über: Brentano, Clemens / 1778-1842
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