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Schinderhannes / 1783-1803

Andere NamensformenBückler, Johannes [wirkl. Name] ; Bickler, Johannes ; Ofenbach, Jakob [Pseud.]
GeburtsdatumHerbst 1779
Sterbedatum21.11.1803
SterbeortMainz
Berufe/StellungenRäuber
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Beziehungen (Link)Bläsius, Julia / 1781-1851
Benzel, Karl / 1778-1802
Biogramm Als Geburtsorte kommen Weiden im Hunsrück, Weidenbach, Miehlen im Taunus oder das Umland von Bonn in Frage; aufgewachsen in Miehlen, Ölmütz/Mähren und Merzweiler im Hunsrück; verließ 1796 das Elternhaus und schlug sich nach mehrmals abgebrochener Lehre bei verschiedenen Wasenmeistern zuerst v.a. mit Einsteige- und Viehdiebstählen durch; ging angeblich bei dem Scharfrichter Matthias Nagel in Bärenbach in die Lehre; Beteiligung an zwei Morden und 1799 Inhaftierung in Simmern; danach ging er zusammen mit weiteren Mittätern zu räuberischen Erpressungen und brutal durchgeführten, bewaffneten Raubüberfällen auf dem Hunsrück über; aufgrund einer verstärkten Fahndung nach ihm links des Rheins hielt er sich später zunehmend rechtsrheinisch auf, u.a. als fahrender Händler unter dem Namen Jakob Ofenbach; verhaftet durch eine kurtrierische Patrouille in der Nähe von Limburg am 31.5.1802; Strafprozess in Mainz, wo er am 19.11.1803 zum Tode am Schaffot verurteilt und am 21. November hingerichtet wurde; seine letzte Geliebte war Julianne Bläsius, die ihm noch einen Sohn gebar
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Die väterlichen Vorfahren sind fast ausnahmslos "unehrliche" Leute aus dem Hunsrückgebiet, vom Glan, der Nahe u. der Mosel, während die Vorfahren der Mutter kleine, aber "ehrliche" Leute sind. Von hier bestehen verwandtschaftliche Beziehungen zu dem Gründer der Rüsselsheimer Opelwerke Adam Opel und dem Heimatschriftsteller und Pfarrer Erwin Groß. Der Vater arbeitsscheu, ein unstetes Leben führend, in späteren Jahren auch kränklich, vermochte seinem Sohn moralische Grundsätze nicht beizubringen. Dieser, phantasiebegabt, intelligent u. in der Lage, ihn betreffende Vorkommnisse blitzschnell propagandistisch auszuwerten, verließ im Jahre 1796 das Elternhaus u. ernährte sich zunächst durch Einsteige- u. Viehdiebstähle. Nach mehrfacher Inhaftierung, aus der er waghalsig und mit großer Energie zu entkommen wusste, ersetzte er die zunächst wenigen u. wechselnden Komplicen durch eine größere Räuberbande, die, namentlich auf dem Hunsrück und in den Altkreisen Zell u. Cochem, mit brutalem Terror arbeitete, trotzdem aber gegen die zunächst schwache, bald aber erstarkende franz. Staatsmacht von größeren Teilen der Bevölkerung abgesichert wurde, sie nutzten die Abneigung der einheimischen Bevölkerung gegen die landfremde Besatzungsmacht. Von der franz. Polizei gehetzt, wollte er sich unter falschem Namen für die Kaiserlichen auf der rechten Rheinseite anwerben lassen. B. wurde erkannt und am 15.5.1802 im Taunus festgenommen, am 16.6.1802 den Franzosen ausgeliefert u. am 19.11.1803 von einem franz. Sondergericht zum Tode verurteilt und zwei Tage später in Mainz mit der Guillotine hingerichtet. --- [Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons / 1938-2021 [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Räuberhauptmann; sein eigentlicher Name war "Johannes Bückler". Er war am 31. 5. 1802 mit 65 Bandenmitgliedern (darunter 5 Frauen) wg. Raubes und Mordes verhaftet und am 15. 6. 1802 im Holzturm eingekerkert worden. Vom 24. 10. bis 20. 11. 1803 fand der Prozess im "Akademiesaal" des Kurfürstl. Schlosses unter Leitung von Andreas Georg Friedrich Rebmann statt. Schinderhannes und 19 Spießgesellen wurden zum Tode verurteilt und am 21. 11. 1803 am sog. Schinderhannes-Plätzchen hingerichtet. Seine Braut "Julie Bläsius" (* 1784, å 1851) erhielt 2 Jahre Gefängnis. --- [Daten übernommen aus: Huber, Wilhelm: Das Mainz-Lexikon. - Mainz : Schmidt, 2002. - ISBN 3-87439-600-2]
Quellen
  • Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, 1968. - Becker, Aktenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beiden Ufern des Rheins, 1804; Elwenpoek, Schinderhannes, der rhein. Rebell, 1925; Hofmann, Räuber, Wegelagerer u. Schelme, [Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell)] v. 21.1.1976; Grünewald, Eine Schinderhannes-Genealogie, Jahrbuch f. GK Mittelrhein 18/9, 1966/67, 128/63; [Stollenwerk, Alexander: Landeskundl. Vierteljahresblätter, Sonderhefte 1968 bis 1974/75: Kurzbiograph. vom Mittelrhein u. Moselland] 69/70; Krames, Sch. in Mainz geköpft, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 2004, 64
  • Rhein-Hunsrück-Kalender. - 68 (2012), S. 81-84
  • Hunsrücker Biographie. - Losebl.-Ausg., 2003 -
  • Hey, Bernd: Erhängen, Enthaupten und Verstümmeln, in: Rhein-Zeitung, Ausg. U, vom 26.07.2017, S. 13
GND-Nr. 118516922
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk00978
Zuletzt bearbeitet:26.07.2017
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von: Schinderhannes / 1783-1803
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