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Martin / von Cochem / 1634-1712

Andere NamensformenLinius, Martin
Geburtsdatum13.12.1634
GeburtsortCochem
Sterbedatum10.09.1712
SterbeortWaghäusel
WirkungsorteMainz ; Günzburg ; Prag ; Trier ; Waghäusel
Berufe/StellungenPrediger ; Schriftsteller
FachgebieteSchreiben. Dichtung ; Kirche
Beziehungen (Link)Gerhardi, Johann Franz / 1640-1729;
Werke (Auswahl)Kinderlehr-Büchlein, 1666 ; Antoni-Büchlein, 1673 ; Leben Christi, 1677 ; Geistliches Krankenbuch, 1686 ; Extractus Responsorlii, 1700 ; Unerschätzliches Büchlein von Gott und den göttlichen Fürtrefflichkeiten, 1708
Biogramm Als Sohn des Hutmachers Matthias Linius trat er 1653 in den Kapuzinerorden in Cochem bei und begann sein Noviziat in Köln; 1656-1663 Studium in Mainz und Aschaffenburg unter Clemens v. Bitburg; er war als Praedicator und Beichtvater tätig; 1664 Lektor in Mainz und es folgte seine Ernennung zum Subvicar; erste Schriften entstanden; 1668 wieder Beichtvater in Bensheim; 1677 erstes Hauptwerk "Leben Christi"; 1682-85 Visitator und Missionar im Bistum Mainz; bekam Schwierigkeiten mit der Provinzialleitung des Ordens wegen eigenmächtiger Verhandlungen mit den Verlegern seiner Werke und ihm wurde ein Schreibverbot auferlegt; 1689 erfolgte sein Aufenthalt in der Tiroler Kapuzinerprovinz; in Günzburg/Donau erneut Schwierigkeiten mit den Tiroler Kapuzinern wegen einer Predigt gegen die Milderung beim Fastengebot. in den Jahren 1693-96 lebte er in Passau, Linz und Prag; weitere Werke entstanden trotz der Proteste seiner heimischen Provinzialleitung; er wurde 1698 durch Kurfürst Johann v. Orsbeck zum Visitator in der Diözese Trier ernannt; ab 1700 erfolgte seine Versetzung an den Wallfahrtsort Waghäusel; er war religiöser Schriftsteller und Erneuerer, von großem Einfluß auf die katholische geistliche Literatur Deutschlands; sein Hauptanliegen war die Festigung des Glaubens bei den einfachen Leuten; er schrieb etwa 70 Werke; seine Neuauflagen werden ständig überarbeitet; starke Kritik wegen seiner "Einfältigkeit" erfuhr er v.a. in der Aufklärung. - Seine Schwester Anna Maria heiratete den Apotheker Johann Franz Gerhardi
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Als Sohn aus zweiter Ehe des Hutmachers Matthias Linius in Cochem geboren. Der Vorname ist unbekannt, da 1689 alle Kirchenbücher u. Urkunden in Flammen aufgingen, als französ. Truppen die Stadt zerstörten. (Sein Halbbruder Johannes aus erster Ehe wird 1656 als Klottener Bürger aufgeführt, er war Notar in Cochem, 1720 werden noch 496 Stock Weinberge eines Priesters Linius im Klottener Schatzregister genannt). - Die Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Cochem hat P.M. nie aufgegeben. Er versorgte eine Schwester u. viele Verwandte längere Zeit im Kloster. Die Hochschätzung für seine Heimat zeigt uns die Widmung, in seinem Buch das "Leben Christi" (Frankfurt 1680 u. 1681) die er an die Stadt Cochem gerichtet hat. Dieser Hinweis lässt aber auch erkennen, welche Bedeutung das Kapuzinerkloster in Cochem für die Stadt wie für seinen eigenen Lebensweg hatte. Den Namen Martin erhielt er, als er am 2.3.1653 bei den Kapuzinern eingekleidet wurde. Sein weiterer Lebensweg führte ihn durch viele Klöster der eigenen Ordensgemeinschaft und weit darüber hinaus über Günzburg, Passau u. Linz bis nach Prag. In den damaligen Erzdiözesen Mainz u. Trier war er zeitweise in bischöflichem Auftrag als Visitator tätig Ein erstes Zeugnis befindet sich im Pfarrarchiv in Lieg, hier soll er am 13.2.1699 zwischen der Gemeinde Lütz und der Filiale Lieg vermittelt haben. Schwerpunkt seiner Arbeit und seines Wirkens wurde aber schließlich das geschriebene und gedruckte Wort. Neben dem treffsicheren, zupackenden und volkstümlichen Stil seiner Schriften besaß P.M. eine solide Sachkenntnis in allen theolog. Fragen. Vielleicht war es gerade diese Tätigkeit, die seine Oberen veranlassten, ihn zunächst in der Ausbildung des Ordensnachwuchses einzusetzen. 1664 wurde ihm die Leitung des neu eingerichteten Ordensstudiums in Mainz übertragen. In dieser Zeit verfasste er einen Katechismus "Kinderlehr-Büchlein", den der Mainzer Erzb. zum Gebrauch in allen Schulen und Kirchen allgemein einführte. Diese inhaltliche u. formale Darstellungsweise machte auf den Verleger einen solchen Eindruck, dass er den Rat gab, P.M. ganz für solche Aufgaben freizustellen. Als 1668 bei der Trennung und Neuordnung der Kirchenprovinzen die Studenten des Ordens von Mainz nach Ehrenbreitstein versetzt wurden, hat man sich dieses Rates erinnert. Von 1700 bis 1703 war er zum erstenml als Prediger u. Beichtvater im Kapuzinerkloster Waghäusel, 1798 wurde er ein zweites Mals nach Waghäusel berufen u. verblieb hier bis zu seinem Tode am 12.9.1712. Er starb an den Folgen eines Sturzes auf der Klostertreppe. Wichtiger als die Stationen seines Wirkens werden jetzt seine Schriften, weiter als das Wort der Predigt wirkt jetzt das geschriebene und gedruckte Wort seiner rund 70 Bücher. 1682 verfasste er ein "Allgemeines Gesangbuch" mit alten und neuen Liedern aus den Diözesen Mainz Köln, Trier, Würzburg. u. Speyer, ein "Einheitsgesangbuch" der mittelrhein. Bistümer. Seine Schriften wurden ein Lebenswerk, das viel vom Reichtum des Mittelalters sammelte, in der Muttersprache neu formte und so in die Jahrhunderte hineinrettete. --- [Text übernommen aus: Friderichs, Alfons [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]
Quellen
  • Handschr. Konvolut Büchereistelle Koblenz, Irene Wiesner
  • Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Hamm bzw. Herzberg 1975 ff., V., S. 919/21
  • Stahl, P.M.v.C. und das Leben Christi, Bonn 1909
  • Kosch, P.M.v.C. der Apostel Deutschlands im Zeitalter der großen Kriege, M. Gladbach 1915
  • Hieronimi, Erneuerer des religiösen Lebens, in: Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell) v. 10.12.1984
  • Kraus, Allgemeine Deutsche Biographie, Trier 1884
  • Reichert, P.M.v.C, Paulinus 15, Nr. 46
  • Pauly, Kapuziner in Cochem, Paulinus v. 17.2.1974
  • Gedenkschrift z. 350. Geburtstag (Redaktion Schommers, Cochem 1984), hier Verzeichnis aller Schriften des P.M.v.C
  • ders. Kurtrier. Visitator in Lieg/Lütz, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 1986, S: 172/3
  • Friderichs, Vor 370 Jahrn geboren, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 2004, S. 134/5
Quellen (WWW)
GND-Nr. 118731319
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk01678
Zuletzt bearbeitet:03.11.2011
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von: Martin / von Cochem / 1634-1712
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