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Diffring, Anton / 1915-1989

Andere NamensformenPollack, Alfred / 1918-1989 [Wirkl. Name] ; Vient, Anton de / 1919-1989
Geburtsdatum20.10.1918
GeburtsortKoblenz
Sterbedatum20.05.1989
SterbeortChâteauneuf-Grasse
WirkungsorteBerlin ; Wien ; London ; Rom
Berufe/StellungenSchauspieler
FachgebieteTheater. Tanz ; Film ; Rundfunk. Neue Medien
Beziehungen (Link)Jacoby, Max Moshe / 1919-2009
Diffring, Jacqueline / 1920-
Biogramm Geboren als Alfred Pollack, Sohn des Koblenzer jüdischen Kaufhausbesitzers Solomon Pollack und seiner Frau Bertha, geb. Diffring; stammt aus einer Schauspielerfamilie; Bruder der Bildhauerin Jaqueline Diffring; nach Berichten von Nachfahren war Bertha meist wegen Tuberkulose im Sanatorium in der Schweiz; 1929 wurden sie und ihre Geschwister nach Berlin geschickt, um dem Stigma der jüdischen Herkunft väterlicherweits zu entgehen; Solomon und Bertha versteckten sich auf dem Land, nach verschiedenen Familiengeschichten entweder in einer Brauerei, einem Kloster oder einer Höhle; sie überlebten den Krieg und übernahmen das Koblenzer Kaufhaus wieder. - Nach Erinnerungen seines Mitschülers Max Jacoby (gem. "Lebensbilder jüdischer Koblenzer", S. 153f.) einer von wenigen ("halb-")jüdischen Schülern auf dem Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium; die Familie unterhielt in ihrem Haus in der heutigen Koblenzer Südallee einen großen jüdischen Freundeskreis mit einem künstlerischen Salon; nach Erinnerungen von Kurt Hermann (gem. "Lebensbilder jüdischer Koblenzer", S. 337f.) bereits 1933 Regie bei einer Aufführung des "Weissen Rössl" im Gemeindesaal für den jüdischen Kulturbund (unter Gestapo-Überwachung); Schauspielschule in Berlin und Wien; Jacoby schildert, daß Pollack "durch beste Beziehungen zur SS über die 'arische' Mutter Schauspiel bei Gustav Gründgens studierte, als sein Musterschüler" (a.a.O.); nach anderen Angaben Verfolgung durch die Nazis wegen seiner Herkunft und seiner Homosexualität; verließ Deutschland entweder 1936 oder 1939 nach Kanada, wo er 1940 als Deutscher interniert wurde; viele Theaterauftritte in Kanada und USA; 1940 erster Filmauftritt (ohne Namensnennung); 1950 Umzug nach Großbritannien, dort Durchbruch im Filmgeschäft; 1968 Umzug nach Rom; wurde (blond und blauäugig) typischerweise als Nazi, Aristokrat oder Schurke besetzt (spielte u.a. Heydrich und Ribbentrop); Filmemacher wie François Truffaut, Sam Fuller und Ken Russel schätzten ihn; außerdem zahlreiche TV-Rollen. - Todesursache offiziell unbekannt; starb laut seines Kollegen Arthur Brauss an AIDS, nach anderen (S. Edwards) an Krebs; begraben in White colne, Essex, England
Quellen
  • Thill, Hildburg-Helene: Lebensbilder jüdischer Koblenzer und ihre Schicksale, Koblenz: Stadtbibliothek 1987, S. 153f. u. 337f.
Quellen (WWW)
GND-Nr. 130586293
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk05902
Zuletzt bearbeitet:17.06.2014
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek
Wikipedia
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