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Bockius, Fritz / 1882-1945

Andere NamensformenBockius, Friedrich August / 1882-1945
Geburtsdatum11.05.1882
GeburtsortBubenheim / Landkreis Mainz-Bingen
Sterbedatum05.03.1945
SterbeortKonzentrationslager Mauthausen
WirkungsorteMainz ; Berlin ; Bensheim
Berufe/StellungenJurist ; Abgeordneter
FachgebieteRecht ; Politiker und historische Persönlichkeiten
Werke (Auswahl)Die strafrechtliche Bedeutung der internationalen Verträge über das Urheberrecht an Werken der Literatur und Kunst, Diss. Berlin 1910 ; Zeitungsartikel von Reden und Veranstaltungen und Kommentare von und über Dr. Bockius, die aus Kopien von Gottfried Braun und von den Schülern der Bensheimer Geschichtswerkstatt verwertet wurden
Biogramm Sohn von Friedrich und Franziska geb. Hammer, beide wurden 1848 und 1855 in Frei-Weinheim (heute ein Stadtteil von Ingelheim) geboren und heirateten dort am 28. Dezember 1874; als fünftes von sieben Kindern in Bubenheim geboren, wohin die Eltern zwischenzeitlich um 1880 in die Käferstr. 86 gezogen waren; Volksschule in Bubenheim; Progymnasium (Konvikt) in Dieburg; anschließend die Oberprima des Gymnasiums in Bensheim. Abitur 1900; mit dem Ziel des Priesterberufs trat Fritz Bockius in das Mainzer Priesterseminar ein und studierte 7 Semester Theologie; empfing alle niederen Weihen; studierte in Gießen zunächst ein Semester Philologie; Doch dann wandte er sich endgültig dem Jurastudium zu und bestand nach sechs Semestern im Frühjahr 1906 die juristische Staatsprüfung an der Giessener Großherzoglich-Hessischen Ludwigs-Universität; während seines juristischen Vorbereitungsdienstes als Referendar bei Rechtsanwalt Egidius Gutfleisch in Gießen promovierte er am 24. September 1909 mit dem Thema "Die strafrechtliche Bedeutung der internationalen Verträge über das Urheberrecht an Werken der Literatur und Kunst" bei W. Mittermaier; Mitglied der farbentragenden Studentenverbindung CV Hasso Rhenania; nach seiner Ausbildung ließ er sich im Juni 1912 in Mainz in der Emmeranstraße nieder und wurde zu einem gesuchten volkstümlichen Strafverteidiger; vor allem die Bewohner seiner Heimatpfarrei und des Setztales nahmen seine Dienste gern in Anspruch, so dass er den ehrenden Beinamen "Anwalt des Setztales" erhielt; am 21. Juni 1913 in Marienthal im Rheingau Heirat mit Anna Elisabeth, geb. Gierer, aus Mainz; 5 Kinder: Anneliese (5.4.1914), Fritz (24.6.1915), Maria (28.10.1916), Hans Georg (12.8.1922) und Albert (29.4.1933)
Alternatives o. ergänzendes Biogramm trat 1919 in die Hessische Zentrumspartei ein und zog 1919 in den Kreistag und den Kreisausschuss Mainz ein; war 1920 Spitzenkandidat für die Kreistagswahl und wurde auf Platz 2 der Liste der Vereinigten Parteien gewählt; der Landesausschuss wählte ihn am 20. Oktober 1920 im "Frankfurter Hof" in Mainz zum Ersten Vorsitzenden; das blieb er bis zur erzwungenen Auflösung seiner Partei im Jahre 1933; als Spitzenkandidat des Zentrums für den Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt wurde er am 4. Mai 1924 in den 2. Reichstag der Weimarer Republik gewählt und vertrat neben den Provinzen Starkenburg und Oberhessen auch die Provinz Rheinhessen mit den Kreisen Alzey, Bingen, Mainz, Oppenheim und Worms; auch in allen Reichstagen bis zur "Machtergreifung" vertreten; zählte zu den Gegnern bei der Abstimmung zum Ermächtigungsgesetz; seit 1928 gehörte er als Beisitzer im Reichsparteivorstand; wurde wiederholt zu Fraktionsvorstandssitzungen hinzugezogen; Mitglied im Kriegsbeschädigten-, im Aufwertungs-, im Rechts- und Landwirtschaftsausschuss sowie in den Ausschüssen für besetzte Gebiete und Beamtenangelegenheiten; sein Haus mit der Kanzlei in der Betzelsgasse 14 wurde beim Fliegerangriff auf Mainz am 12. August 1942 zerstört; danach übernahm er eine Notariatsvertretung in Bensheim an der Bergstraße bei Rechtsanwalt und NSDAP-Mitglied Albrecht Hartmann; nach einem Streit um die Vergütung wurde er am 23. August 1944 von der Gestapo im Rahmen der "Gewitteraktion" verhaftet und im Darmstädter Rundeturmgefängnis festgehalten; am 10. Dezember 1944 wurde er von Darmstadt in das Konzentrationslager Sachsen-Oranienburg gebracht; zusammen mit 2700 anderen Häftlingen gelangte er am 16. Februar 1945 in das Konzentrationslager Mauthausen bei Linz in Oberösterreich; dort starb er nach längerer Krankheit und Einsamkeit am 5. März 1945; an sein Wirken und Martyrium erinnern eine Gedenktafel an seiner Taufkirche und eine Straße in seinem Geburtsort Bubenheim
Quellen
  • Braun, Gottfried: Ein Leben für Glauben, Freiheit und Gerechtigkeit, in: "Gedenkschrift Bubenheim", Schwabenheim 1971
  • Brüning, Heinrich: Memoiren 1918 - 1934, Stuttgart 1970
  • Morsey, Rudolf: Protokolle der Reichstagsfraktion und des Fraktionsvorstandes der Deutschen Zentrumspartei 1926 - 1933, Mainz 1969
  • Morsey, Rudolf: "Die Deutsche Zentrumspartei" in: Das Ende der Parteien 1933, Düsseldorf 1960
  • Treviramus, Gottfried Reinhold: "Das Ende von Weimar", Düsseldorf 1968
  • Valley, Emile: "Wegweiser durch das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen", Herausgeber: Lagergemeinschaft Mauthausen bei Linz in Österreich, ohne Jahr
  • Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl: "Fritz Bockius Zentrumsabgeordneter und NS-Opfer", Bensheim 2010 (mit umfangreichem Hinweis auf weiterführende Literatur)
GND-Nr. 129870560
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk06577
Zuletzt bearbeitet:25.09.2018
Weitere Informationen:
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über: Bockius, Fritz / 1882-1945
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