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Eitel, Friedrich Philipp Otto / 1899-1985

Geburtsdatum09.03.1899
GeburtsortDieburg
Sterbedatum10.10.1985
SterbeortUslar
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Lehrers Friedrich Eitel. - Familienstand: verheiratet seit 1925 mit Rosa Bauer, 3 Kinder. - Religion: evangelisch. [[Anm.: Eitels Bruder Bertold (geb. 14.8.1895, seit 1926 Pfarrer in Wald-Michelbach, vgl. Diehl, S. 330) war nach Aussage des Gauleiters Sprenger vom 9.8.1939 "einer der wütendsten Bekenntnispfarrer im Gau Hessen-Nassau" und zeitweise verhaftet (Bundesarchiv Best. OPG/C 92 Eitel)]]. - Ausbildung: Gymnasium; 1914 (!) Meldung als Kriegsfreiwilliger, 1918 infolge Gasvergiftung als Schwerkriegsbeschädigter aus dem Heer entlassen, danach Freikorpsmitglied und Zeitfreiwilliger der Reichswehr, zuletzt 1921 in Oberschlesien. - Beruf: Ingenieur und Bauunternehmer in Mainz-Ginsheim, seit 1.1.1931 erwerbslos (Wohlfahrtsempfänger); seit 1.4.1933 kommissarischer Ortsvorsteher von Ginsheim (später auch von Bischofsheim und Gustavsburg, 30.1.1936 Ernennung zum Beamten auf LebeNationalsozialistische Zeitungeit); Mitglied des Kreistags und Stadtrats in Mainz sowie des Provinzialausschusses von Rheinhessen; März und Nov. 1933 erfolglose Kandidatur zum Reichstag; seit 1939 Kriegsdienst bei der Wehrmacht (Oberleutnant). NSDAP: 1921 nach Auflösung der Frontformationen (Bund Oberland) Eintritt in die NSDAP; SA-Mann, dann Zugführer und Hundertschaftsführer, 14./15.10.1922 Teilnahme am Aufmarsch der NSDAP in Coburg; 1923 Organisator der NSDAP im Steigerwald, ab 14.11.1923 in Hof (Zusammenfassung der verbotenen SA unter dem Namen "Sport- und Wanderverein"); 1923-1926 Versammlungsredner für den Völkischen Block und "Führer des Rollkommandos der Gruppe Katschmarek", kann bei Neugründung der NSDAP zunächst nicht eintreten, da er als Betriebsleiter vertraglich verpflichtet ist, keiner Partei anzugehören; 1927 Rückkehr nach Hessen, 14.11.1927 Wiedereintritt in die NSDAP (Nr. 70434); Gauredner, Reichsredner, SS-Mann; 5.7.1931 Eitel sorgt bei der Einweihung des Stresemann-Ehrenmals in Mainz für einen öffentlichen Eklat, indem er sich des Mikrofons bemächtigt und "Deutschland erwache!" ruft; 17.7.1932 auf dem Weg zu einer Versammlung in Wertingen bei Augsburg, wo er als Redner auftreten soll, wird Eitel am Bahnhof von ca. 150 Kommunisten erwartet, zusammengeschlagen und schwer verletzt (Bauchstich, Kopfverletzungen durch Hiebe und Fußtritte, einmonatige Behandlung im Krankenhaus Augsburg); 1932-Mai 1933 stellvertretender Kreisleiter, dann bis 1.10.1933 Kreisleiter von Bingen (Herausgabe des Hetzblattes "Stürmer", das von seinem Nachfolger Heinrich Ritter verboten wird; nach Aussage des damaligen katholischen Pfarrers von Bingen "wütete" Eitel dort als Kreisleiter, die Übernahme des Amtes durch Ritter sei von der Bevölkerung als Wohltat empfunden worden); [[Anm.: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. Abt. 520/FZ Nr. 852)]]. 9.4.1934 Verhandlung des Gaugerichts Hessen-Nassau gegen Eitel wegen Beleidigung des Kreisleiters Stawinoga (Eitel hatte das Gerücht verbreitet, dieser habe als sein Vorgänger in Bingen Spendengelder unterschlagen): Eitel muss seine Beschuldigungen schriftlich zurücknehmen; 23.8.1934 bei einer "Schulungsrede", die er vor der Fachschaft Versorgungsamt, Zoll und Finanz in Mainz hält, ergeht Eitel sich in wüsten Beschimpfungen gegen die anwesenden Beamten (gebraucht mindestens 23mal den Ausdruck "Arschlöcher"); 20.10.1934 Antrag auf Parteiausschluss Eitels durch das Gaugericht Hessen-Nassau (Gründe: Verleumdung des Gauleiters Sprenger, falsche Anschuldigung gegen Kreisleiter Stawinoga, herabsetzende Äußerungen über Kreisleiter Ritter), dagegen Beschwerde Eitels; 25.9.1935 das Oberste Parteigericht hebt den Beschluss des Gaugerichts auf und erteilt Eitel eine Verwarnung; 3.1.1938 auf Antrag des Gauleiters Sprenger Gaugerichtsverfahren gegen Eitel wegen angeblicher dienstlicher Verfehlungen als Ortsvorsteher von Mainz-Bischofsheim; 20.3.1939 Einstellung, nachdem das gleichzeitig von der hessischen Landesregierung durchgeführte Disziplinarverfahren ein strafbares Verhalten nicht erwiesen hat; 31.7.1939 Verleihung des Blutordens an Eitel (wegen seiner Verletzung 1932 in Wertingen); 9.8.1939 Gauleiter Sprenger verweigert die Aushändigung des Ordens an Eitel, da er diesen für "charakterlich nicht würdig" hält. Nachkriegszeit: 23.7.1945 Suspendierung vom Dienst als Ortsvorsteher von Mainz-Ginsheim (wegen NSDAP-Mitgliedschaft vor 1933); 1949 Säuberungsurteil der Spruchkammer Darmstadt: Aktivist; 22.10.1954 Abweisung von Versorgungsansprüchen Eitels aus seiner Verbeamtung durch Urteil des Bezirksverwaltungsgerichts Mainz ("Nutznießertum in besonders krasser Form"). --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. PK/C 48 Eitel, OPG/C 92 Eitel, OPG/I 62 Schreiber, Ernst. - Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. Abt. 520/FZ Nr. 852. - Landeshauptarchiv Koblenz Best. 856 Nr. 130903, Best. 860 Z Nr. 270. - Landesarchiv Speyer Best. J 44 Nr. 419. - Standesamt Modautal. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Rademacher, Michael: Handbuch der NSDAP-Gaue 1928-1945. Die Amtsträger der NSDAP und ihrer Organisationen auf Gau- und Kreisebene in Deutschland und Österreich sowie in den Reichsgauen Danzig-Westpreußen, Sudetenland und Wartheland, Vechta 2000. - Storre, Jan (Bearb.): Stadtführer û Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz, hrsg. vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V., Mainz 2002. -
GND-Nr. 1051183154
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0079
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
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