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Britten, Friedrich Karl Joachim / 1901-1972

Geburtsdatum19.08.1901
GeburtsortBraunshausen <Nonnweiler>
Sterbedatum16.07.1972
SterbeortHeidelberg
WirkungsorteTrier
Berufe/StellungenJurist ; Funktionär
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten ; Recht
Biogramm Herkunft: Sohn des Hüttenbeamten und Betriebsleiters Christian Peter Britten. - Familienstand: Sept. 1925 Verlobung mit der Witwe Klara Mennen geb. Scholl (geb. 1887) in Trier, mit der er bis 1935 zusammenlebt, 2 Stiefkinder; verheiratet seit 31.5.1943 (Zuchthaus Rheinbach) mit Elise Braun (Französin), 5 Stiefkinder; zweite Eheschließung 13.2.1953 (Köln), dritte Eheschließung 11.4.1957 (Heidelberg). - Religion: katholisch. - Ausbildung: Jurastudium an der Universität Marburg, 15.7.1924 Referendarsexamen, juristischer Vorbereitungsdienst in Trier, 27.9.1929 große juristische Staatsprüfung (nach Wiederholung). - Beruf: 25.10.1929 Zulassung als Rechtsanwalt beim Amtsgericht und Landgericht Trier, in der Folgezeit immer wieder durch alkoholische und sexuelle Exzesse und infolgedessen unseriöses Geschäftsgebaren aufgefallen (Ausstellung ungedeckter Schecks, Veruntreuung von Klientengeldern), deswegen 1931/32 mehrere Verweise durch die Rechtsanwaltskammer Köln; 30.9.1930-Okt. 1931 Stadtverordneter in Trier (Vorsitzender der NSDAP-Fraktion), Mitglied des Vorstands der Städtischen Sparkasse Trier und des Steuerausschusses beim Finanzamt Trier; 1932-1935 mehrfach Verteidiger von Kommunisten in Straf- und Zivilprozessen; 15.7.1933 auf Antrag des Generalstaatsanwalts Eröffnung einer Voruntersuchung gegen Britten durch das Ehrengericht der Rechtsanwaltskammer Köln, 13.3.-18.9.1934 vorübergehende Aussetzung des Verfahrens, 12.3.1935 Eröffnung des Hauptverfahrens. 14.11.1935 Festnahme Brittens in Koblenz aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Trier wegen Untreue und Betrugs, Inhaftierung im Gefängnis Rheinbach; 22.11.1935 Eröffnung einer weiteren Voruntersuchung gegen Britten durch das Ehrengericht; 2./4.12.1935 auf eigenen Antrag hin Löschung Brittens aus der Liste der Rechtsanwälte beim Landgericht und Amtsgericht Trier, deshalb am 3.9.1937 Einstellung der Ehrengerichtsverfahren als gegenstandslos; 11.1.1937 Verurteilung durch das Schwurgericht Trier wegen fortgesetzter schwerer Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung, schwerer Urkundenfälschung und Betrug sowie Anstiftung zum Meineid zu 8 Jahren Zuchthaus und 5100 RM Geldstrafe, bis 10.7.1943 Strafhaft im Zuchthaus Rheinbach, Nov. 1943 Begnadigung durch den Reichsjustizminister Thierack; 10.7.1943-27.10.1944 nach freiwilliger Meldung Kriegsdienst als Schütze beim Festungs-Infanterie-Regiment Nr. 999 (Strafregiment) im Militär-Konzentrationslager Heuberg, 18.12.1943-24.3.1944 Einsatz in Griechenland in der Partisanenbekämpfung und im Festungsbau, danach im Kriegslazarett, ab 27.10.1944 Rentenempfänger (80% kriegsbeschädigt), wohnhaft bei seiner ausgebombten Familie in Beierfeld (Erzgebirge), Nichtbefolgung von Einberufungen zum Volkssturm (9.11.1944) und zur Wehrmacht (28.3.1945), deswegen vorübergehende Einlieferung ins KZ Johanngeorgenstadt. NSDAP: 1925-1926 Mitglied der DNVP; April 1930 Eintritt in die NSDAP, Ortsgruppe Trier; 1931 Leiter des Gaurechtsamts des Gaus Koblenz-Trier der NSDAP; Okt. 1931 Niederlegung seines Stadtratsmandats, angeblich wegen Arbeitsüberlastung (wirklicher Grund Zwistigkeiten zwischen ihm und der Ortsgruppenleitung, dazu die Unregelmäßigkeiten in seiner Anwaltspraxis, undiszipliniertes und undiplomatisches Auftreten und allgemeine Missstimmung gegen ihn in der Partei), Austritt aus der NSDAP (jedoch noch bis Nov. 1935 als Mitglied geführt). Nachkriegszeit: Wohnhaft in Bad Münster am Stein; 15.9.1947 Anerkennung als politisch Verfolgter des Nazi-Regimes durch das Kreis-Sekretariat Kreuznach der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN); 27.10.1950 Verurteilung durch das Amtsgericht Bad Kreuznach wegen unbefugter Bezeichnung als Rechtsanwalt zu 150 DM Geldstrafe; 1950-1955 Strafverfahren vor dem Amtsgericht Köln wegen Nötigung und Untreue (2 Js 1252/50); 1956 Strafverfahren vor dem Schöffengericht Stuttgart (63 Ms 100/56); 1956 Verurteilung durch das Amtsgericht Mannheim wegen Betrugs (1 Ns 20/56). --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. DS/A 186 Britten. - Landeshauptarchiv Koblenz Best. 403 Nr. 16735, Best. 584/2 Nr. 572 und 596, Best. 856 Nr. 127299/022. - Standesamt Nonnweiler. -
GND-Nr. 1051182751
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0043
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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