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Leyser, Ernst Ludwig / 1896-1973

Geburtsdatum10.09.1896
GeburtsortHomburg
Sterbedatum06.12.1973
SterbeortBad Bergzabern
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Reichsbahninspektors Ludwig Leyser (ältestes von acht Kindern). - Familienstand: verheiratet seit 2.10.1920 mit Wilhelmine Pfeiffer, 2 Kinder (Sohn 1941 in Russland gefallen). - Religion: evangelisch (aufgewachsen in einer Pietistenfamilie, Eltern Mitglieder der Inneren Mission). - Ausbildung: 1903-1907 Volksschule in Hettenleidelheim, 1907-1913 humanistisches Progymnasium Grünstadt (Abgang aus finanziellen Gründen), 1913 Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst im Heer. - Beruf: 1.10.1913 Eintritt in das Infanterie-Regiment 118 (Worms) als Einjährig-Freiwilliger, 2.8.1914-6.11.1918 Kriegsdienst (zuletzt Unteroffizier und Offiziersaspirant, fünfmal verwundet, EK II), 6.11.1918 wegen einer Gasvergiftung in die Heimat zurückverlegt, 22.11.1918 aus dem Heeresdienst entlassen, danach zunächst beschäftigungslos; 20.6.1919-1.12.1929 Bürogehilfe und Lohnarbeiter bei der Reichsbahn, dazwischen 1.1.-7.8.1920 vorübergehend bei einer Versicherungsgesellschaft tätig, 1.7.1928 Hilfsbetriebsassistent, 1.12.1928-1931 von der Reichsbahn in die Westpfalz versetzt, 1.12.1929 Reichsbahn-Betriebsassistent, ab 1931 wieder in Neustadt a. d. Haardt; April 1932-1933 MdL (Bayern); Nov. 1933-1945 MdR, Wahlkreis 27 (Pfalz). 1.7.1934 Reichsbahn-Inspektor, 1.9.1936 Reichsbahn-Oberinspektor, 1.12.1936 Reichsbahn-Amtmann, 1.10.1938 Reichsbahn-Rat, 29.8.1941 Reichsbahn-Oberrat (seit 1932 beurlaubt, seit 1934 ohne Bezüge); 20.5.1935 Ehrenbürger von Neustadt a. d. Haardt; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Elektrowerbung AG in Ludwigshafen, der Pfalzwerke AG, (ab 21.12.1937) der Saar-Ferngasgesellschaft AG und der Vereinigten Saar-Elektrizitäts-AG sowie stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Großkraftwerk Mannheim AG; 30.9.1941 Ernennung zum Generalkommissar in Tschernigow (wird dort aber nicht tätig, da der Bezirk im Verwaltungsbereich der Wehrmacht bleibt); 29.10.1942-21.9.1943 Generalkommissar in Shitomir (Durchführung von Aussiedlungsaktionen, Teilnahme an der rasseideologischen Vernichtungspolitik), nach kritischen Berichten über die Partisanenbekämpfung in der Ukraine abberufen und aus der SS verabschiedet; Sept. 1943-Sept. 1944 beschäftigungslos in Neustadt a. d. Weinstraße; [[Anm.: Gauleiter Bürckel äußerte im Juni 1944 den Wunsch nach einer Verwendung Leysers als Regierungspräsident oder Oberbürgermeister, allerdings nicht in seinem Gau. Als ihm daraufhin vom Reichsinnenministerium ein Landratsposten angeboten wurde, reagierte Leyser darauf ungehalten und meldete sich zur Wehrmacht (Bundesarchiv Best. PK/H 123 Leyser)]] 1.12.-21.12.1944 Generalkommissar (mit besonderer Vollmacht von Goebbels als Reichsbevollmächtigtem für den totalen Kriegseinsatz) bei der deutschen Heeresgruppe C in Italien; 16.1.1945-22.3.1945 Landeshauptmann des preußischen Provinzialverbandes Nassau in Wiesbaden (Ernennung auf Vorschlag des Gauleiters Sprenger). 4.2.1942 SS-Brigadeführer (mit Wirkung vom 30.1.1942) beim Stab des SS-Oberabschnitts Westmark (Metz) Sept. 1943 aus der SS verabschiedet; 30.11.1943 Stellungnahme der NS-Parteikanzlei: Leyser "hat im Osten versagt, er ist auch als Stellv. Gauleiter ungeeignet. Man sollte ihm nahelegen, möglichst schnell aus dem hauptberuflichen Parteidienst auszuscheiden"; 27.6.1944 Vermerk der NS-Parteikanzlei: "Auf etwas willkürliche Art und Weise wurden nach langer Dienstzeit in der Partei u. a. folgende Parteigenossen abgehalftert: ... Pg. Leyser nach mehr als 10-jähriger Tätigkeit als Stellvertretender Gauleiter durch Gauleiter Bürckel"; Sept. 1944 Gauinspekteur bei den Schanzarbeiten in Lothringen/Saargebiet; 7.2.1945 Beurlaubung durch die Partei. Nachkriegszeit: 1945-1948 in Bayern wohnhaft (wohl unter falschem Namen); 1948 nach Aufbrauchen seiner finanziellen Reserven Rückkehr nach Wiesbaden und Meldung bei den US-Besatzungsbehörden, Internierung in Darmstadt; 4.10.1948 Auslieferung an die Franzosen und Internierung in Landau, 8.6.-20.12.1949 in Trier-Petrisberg; 31.8.1949 Säuberungsurteil der Spruchkammer Neustadt: Minderbelasteter, dagegen Einspruch des Landeskommissars für die Säuberung und des französischen Gouverneurs der Pfalz; 29.3.1950 Einstellung des Säuberungsverfahrens durch die Spruchkammer Neustadt; 27.9.1951 Außerverfolgungsetzung in einem Strafverfahren wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit, schweren Hausfriedensbruchs und Landfriedensbruchs [[Anm.: Öffentliche Zusammenrottung, Eindringen in Wohn- und Diensträume, Misshandlung von Personen und Beschädigung von Gebäudeteilen am 8.7.1935 in Rheingönheim aus politischen Gründen (Landesarchiv Speyer Best. Y 7 Nr. 14, S. 17)]] durch das Landgericht Frankenthal mangels Beweises; Beschäftigung zunächst bei der Protestantischen Landeskirche der Pfalz in Speyer, anschließend bei der Deutschen Bundesbahn in Neustadt a. d. Weinstraße und Ludwigshafen; 1956 Versetzung in den Ruhestand; Gründung der "Wählergruppe Leyser" in Bad Bergzabern; 11.11.1956-1964 Stadtrat in Bad Bergzabern ("Wählergruppe Leyser", später FDP), 1956-1960 zugleich ehrenamtlicher Zweiter Beigeordneter der Stadt Bad Bergzabern, 1956-1971 Leiter der Volksbildungsstätte bzw. Volkshochschule Bad Bergzabern, 1961-1969 Mitglied der Synode der Protestantischen Landeskirche der Pfalz. -. NSDAP: 8.10.1920 Eintritt in die NSDAP (Nr. 5418); 1923 von den französischen Besatzungsbehörden wegen Teilnahme am passiven Widerstand der Reichsbahn gegen die Ruhrbesetzung aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen und an den Bahnhof Starnberg versetzt; 28.10.1923 Mitglied der Ortsgruppe Starnberg der NSDAP; 9.11.1923 geplante Teilnahme am Hitler-Putsch in München durch Zugverspätung verhindert (trotzdem später Verleihung des Blutordens); 1924/25 Großdeutsche Volksgemeinschaft (Bezirksdelegierter), Schützen- und Wanderbund (Tarnorganisation der NSDAP) und Deutschvölkischer Offiziersbund; 17.1.1925 Rückkehr in die Pfalz nach Neustadt a. d. Haardt; April 1925 Mitglied des Führerstabs der Gauleitung Rheinpfalz der NSDAP; 12.5.1925-1927 Gründer und Leiter der Ortsgruppe Neustadt a. d. Haardt; 1925 Gründer des SA-Sturms Neustadt a. d. Haardt; 28.9.1925 Mitglied der SS (Nr. 153), 28.9.1925 Gründer der SS in der Pfalz; 9.10.1925 offizielle Wiederaufnahme in die NSDAP (Nr. 20603); 26.4.1926 SS-Sturmführer, 26.4.1926-1928 "Führer der Schutzstaffel Neustadt/Haardt"; 1926 Vereinbarung eines "Burgfriedens" mit dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in Neustadt; 1.11.1927-1945 stellvertretender Gauleiter des Gaus Rheinpfalz (1935: Pfalz-Saar, 1936: Saarpfalz, 1940: Westmark; seit 1.1.1939 hauptamtlich, ab 17.7.1941 nur noch nominell); Anf. 1928-1934 Personalreferent und Beauftragter für Kirchenfragen der Gauleitung des Gaus Rheinpfalz; Anf. 1928-3.7.1931 Beisitzer, 3.7.1931-Aug. 1934 Vorsitzender des Gau-USchlA bzw. des Gaugerichts Rheinpfalz, infolgedessen aus der SS ausgeschieden; um 1932 vorübergehend (für 8 Monate) kommissarischer Vorsitzender der II. Kammer des Obersten Parteigerichts der NSDAP in München; ab 15.1.1934 Leiter der "Josef-Bürckel-Stiftung"; 28.9.1934 SS-Anwärter, 1.1.1935 Wiederaufnahme in die SS (Nr. 219077, 3.2.1942 Wiedererteilung der alten SS.Nr. 153), 22.1.1935 SS-Standartenführer (mit Wirkung vom 1.1.1935), 9.11.1936 SS-Oberführer; 1.3.1935 Organisator des NSDAP-Aufmarsches bei den Feierlichkeiten zur Rückgliederung des Saargebietes in Saarbrücken; März 1938-April 1940 (während Bürckels Aufenthalt in Österreich) mit der Wahrnehmung der laufenden Geschäfte des Gauleiters des Gaus Saarpfalz der NSDAP beauftragt; nach der Rückkehr Bürckels im Aug. 1940 zunehmende Entfremdung, deshalb im Feb. 1941 Bitte an Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß um Genehmigung zum Ausscheiden aus dem Parteidienst und um Vormerkung für Verwendung im Staats- oder Kommunaldienst; 17.7.1941 auf die Nachricht seiner bevorstehenden Verwendung in den besetzten Ostgebieten Niederlegung des Amtes als stellvertretender Gauleiter (wird aber auch weiterhin als solcher geführt) --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. PK/H 123 Leyser, Best. NS 6 Nr. 799. - Landeshauptarchiv Koblenz Best. 856 A Nr. 25. - Landesarchiv Speyer Best. H 4 Nr. 3800, Best. H 91 Nr. 331, Best. R 18 Nr. A 26499, Best. T 65 Nr. 268, Best. Y 7 Nr. 14. - Heinz, Hans-Joachim: NSDAP und Verwaltung in der Pfalz. Allgemeine innere Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung im Spannungsfeld nationalsozialistischer Herrschaftspraxis 1933-1939. Ein Beitrag zur zeitgeschichtlichen Landeskunde, Mainz 1994. - Krämer, Hans-Henning: 75 Jahre Saar Ferngas AG. Zur Geschichte der saarländischen Gasversorgung, Saarbrücken 2004. - Lilla, Joachim (Bearb.): Die Stellvertretenden Gauleiter und die Vertretung der Gauleiter der NSDAP im "Dritten Reich", Bremerhaven 2003 (= Materialien aus dem Bundesarchiv, H. 13). - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Muskalla, Dieter: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel. Gleichschaltung û Neuordnung û Verwaltung, Saarbrücken 1995. - Schepua, Michael: "Sozialismus der Tat" für das "Bollwerk im Westen". Entwicklung und Besonderheiten des Nationalsozialismus in der Pfalz, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25, 1999, S. 551-601. - Wolfanger, Dieter: Ernst Ludwig Leyser. Stellvertretender Gauleiter der NSDAP in der Saarpfalz. Eine biographische Skizze, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 14, 1988, S. 209-217. - Privatbesitz Gerhard Wunder, Neustadt a.d.W. -
GND-Nr. 124752632
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0193
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
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