Möchten Sie uns biographische Informationen übermitteln?

[Mobile Ansicht anfordern]


Vollanzeige gefundener Personen



Diese Treffer per Mail versenden?



Fuchs, Fritz / 1894-1977

Geburtsdatum14.09.1894
GeburtsortSoden <Taunus>
Sterbedatum10.10.1977
SterbeortSoden <Taunus>
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Religion: gottgläubig. [[Anm.: Grund für seinen Kirchenaustritt war die "landesverräterische Haltung der Geistlichkeit", wie er 1945 im Fragebogen der US-Militärregierung angab (Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. Abt. 520/DZ Nr. 519590)]]. - Ausbildung: 1900-1908 Volksschule in Bad Soden, 1908-1911 Banklehre. - Beruf: 1911-1923 Bankbeamter in Bad Soden; 1914-1918 Kriegsdienst, zuletzt als Vizefeldwebel; 1923-1933 stellvertretender Leiter und 1933-30.9.1937 Leiter einer städtischen Kreditgenossenschaft in Bad Soden, Bankdirektor beim Bankverein zu Offenbach am Main; 1927-1937 Beigeordneter in Bad Soden, 1933-1937 Kreisdeputierter im Kreistag Main-Taunus Vorsitzender der Turngemeinde Bad Soden (starker propagandistischer Druck auf Vereinsmitglieder und Spieler); 1936 und April 1938 erfolglos zum Reichstag vorgeschlagen; 28.1.1943-1945 MdR, Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau); 1944-1945 Führer des Volkssturms im Kreis Mainz. NSDAP: Nach eigenem Bekunden seit 1920 Interesse am Nationalsozialismus; 6.5.1925 Eintritt in die NSDAP (Nr. 999); [[Anm.: Fuchs schrieb persönlich an Hitler nach dessen Entlassung aus der Landsberger Festungshaft, um in die Partei aufgenommen zu werden (ebd.)]] Mai 1925-Mai 1933 Gründer und Leiter der Ortsgruppe in Bad Soden, Kreiskommunalfachberater in Bad Soden; seit 1925 Mitglied der SS; seit 1930 Mitglied der SA (1940 Sturmbannführer); 1.5.1933-1.10.1937 Kreisleiter des Main-Taunus-Kreises (Sitz in Bad Soden), 1.10.1937 Übernahme in den hauptamtlichen Parteidienst; 1.10.1937-2.8.1940 Kreisleiter von Mainz; [[Anm.: Bei seiner Amtseinführung als Kreisleiter hielt Fuchs in Mainz eine "brutale und gemeine Antrittsrede" mit Ausfällen vor allem gegen die katholische Kirche, während sein Vorgänger Dr. Barth wie ein begossener Pudel danebenstand (Aussage des Mainzer OB Dr. Kraus vom 14.7.1947 im Säuberungsverfahren, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. Abt. 520/DZ Nr. 519590)]] 2.8.1940-Okt. 1943 Gauamtsleiter (1943 Gauhauptamtsleiter) des Amtes für Volkswohlfahrt des Gaus Hessen-Nassau, Beauftragter für Obdachlosenbetreuung und Großverpflegung im Gau Hessen-Nassau; 18.10.1943-21.3.1945 Kreisleiter von Mainz; 23.3.-29.3.1945 Kreisleiter von Büdingen. Nachkriegszeit: beim Herannahen der Amerikaner Flucht von Büdingen über Thüringen und Oberfranken nach München zur Parteikanzlei, von dort nach dem Gau Salzburg abgestellt und zur Kreisamtsleitung der NSV nach Zell am See abkommandiert. 9.5.-15.6.1945 Fußmarsch von Zell am See nach Frankfurt am Main; seit 18.6.1945 Internierung in Dachau, dann in Darmstadt; fabuliert noch 1946 im Internierungslager von vergrabenen "Schwarzen Listen" mit den Namen von Leuten, die nach einer erneuten Machtübernahme der Nationalsozialisten in 5 Jahren zur Rechenschaft gezogen werden sollen; 6.11.1947 Säuberungsurteil der Lagerspruchkammer Darmstadt: Hauptschuldiger, 10 Jahre Arbeitslager, Einziehung des Vermögens. "Fuchs war der typische Vertreter nationalsozialistischer Ueberheblichkeit, Anmassung und Eitelkeit, in seinem Auftreten und seiner Gesamthaltung ein kleiner Göring""!" (Örtlicher Prüfungsausschuss Bad Soden am 18.11.1946); "Fritz Fuchs war ein begeisterter, rabiater und gemeiner Nazi-Anhänger" (Politischer Ausschuss Weilbach/Ts. am 12.1.1947); "Fritz Fuchs ist ein fanatischer, rücksichtsloser, brutaler und in seiner gemeinen Ausdrucksweise nicht zu übertreffender Nationalsozialist" (Polizeidirektion Mainz am 23.1.1947); 22.11.1947 Verlegung in das Arbeitslager Wetzlar; 20.7.1948 Zurückweisung von FuchsÆ Berufung durch die Berufungskammer Frankfurt; 25.2.1950 Aufhebung des Urteils durch den hessischen Minister für politische Befreiung, Anordnung der erneuten Durchführung des Verfahrens; 27.7.1950 Aufhebung des Haftbefehls durch die Zentralberufungskammer Hessen; 25.1.1951 Säuberungsurteil der Zentralberufungskammer Hessen: Belasteter. --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. Abt. 483 Nr. 10430 I und 10434, Abt. 520/DZ Nr. 519590. - Landesarchiv Speyer Best. H 53 Nr. 1892. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. -
GND-Nr. 1051183529
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0095
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek
Wikipedia
B3Kat - Verbundkatalog Bayern, Berlin und Brandenburg


Ausgabeformat wechseln

Standardanzeige
Mobilanzeige
Kategorienanzeige
Fliesstext
Mobilanzeige 2

Neue Suche