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Merkle, Hieronymus / 1887-1970

Geburtsdatum28.09.1887
GeburtsortSchrezheim <Ellwangen, Jagst>
Sterbedatum24.02.1970
SterbeortNeustadt an der Weinstraße
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Bauern Konrad Merkle. - Familienstand: verheiratet mit Katharina Hauss, 2 Kinder (Tochter Kriegerwitwe, Sohn seit 1944 im Westen vermisst). - Religion: katholisch, später gottgläubig. - Ausbildung: 1893-1900 Volksschule in Schrezheim und Gaishardt, bis 1903 Sonntagsschule in Gaishardt, 1903-1905 Fortbildungsschule in Ellwangen, 1903-1906 Bäckerlehre in Ellwangen. - Beruf: bis Okt. 1907 in verschiedenen Städten Süddeutschlands als Gehilfe tätig; Okt. 1907 Eintritt in das 12. Bayerische Feldartillerie-Regiment als Soldat, 1.5.1908 Unteroffizier (Verpflichtung auf 12 Jahre im Heer), Sept. 1914 als Sergeant ins Feld gerückt, 1915 Vizewachtmeister, 1917 Offiziersstellvertreter, 31.3.1920 aus der Reichswehr entlassen, Leutnant d.R., 80% kriegsbeschädigt (1914 schwere Bauch- und Hüftverwundung, 1917 Verlust des linken Armes, Schädelverletzung mit Hirnsteckschuss und Durchschuss des rechten Oberschenkels); Jan. 1921 Eintritt in den Eisenbahndienst, Reichsbahnbetriebsassistent, 1932 Reichsbahnassistent, 1933 Reichsbahnsekretär, 1935 Reichsbahninspektor, zuletzt Reichsbahnamtmann (seit 1933 für den Parteidienst beurlaubt ohne Bezüge, Herbst 1943 auf Anordnung des Gauleiters Austritt aus dem Eisenbahndienst); 1923 von den Franzosen vorübergehend aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen; 1930 Stadtrat in Bad Dürkheim; 1930-1933 Stadtrat in Neustadt a. d. Haardt; Frühjahr 1933-18.3.1936 Erster Beigeordneter der Stadt Neustadt a. d. Haardt; März 1936-1.7.1937 Bürgermeister der Stadt Bad Dürkheim (hauptamtlich); 1936 und April 1938 erfolglos zum Reichstag vorgeschlagen; 1.9.1942-März 1945 Oberbürgermeister (m.d.W.d.G.b.) der Stadt Frankenthal; 6.11.1942-1945 MdR, Wahlkreis 27 (Rheinpfalz-Saar). [[Anm.: Nachgerückt für Julius Weber]]. NSDAP: 1923-1924 Völkisch-Sozialer Block; 1.3.1929 Eintritt in die NSDAP (Nr. 118768); [[Anm.: Trotz der Mitgliedsnummer über 100.000 wurde ihm von Hitler das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP verliehen (Landesarchiv Speyer Best. T 65 Nr. 267)]] 1930-1932 Ortsgruppenleiter von Bad Dürkheim; Herbst 1931 Eintritt in die SA (seit 1939/40 Obersturmbannführer ehrenhalber); 1932 Ortsgruppenleiter von Neustadt a. d. Haardt; 1933-1942 Kreisleiter von Neustadt a. d. Haardt; April 1938-Jan. 1939 als Berater für den Aufbau der Parteiorganisation zum Gau Niederdonau kommandiert; ab 29.3.1940 kommissarischer Kreisleiter von Speyer; Juli 1940-31.8.1942 Kreisleiter von St. Avold; 1.9.1941-31.8.1942 zugleich kommissarischer Kreisleiter von Metz-Stadt (bis Jan. 1942 auch von Metz-Land); 1.9.1942-März 1945 Kreisleiter von Frankenthal. Nachkriegszeit: beim Einmarsch der Amerikaner Flucht aus Frankenthal, danach wohnhaft in Kleinsorheim (Kr. Nördlingen), wo er am 21.7.1945 verhaftet wird; 21.7.1945-18.9.1948 Internierung in Lagern der US-Zone, ab Jan. 1948 in der britischen Zone, dort am 1.6.1948 in Hamburg Freispruch durch ein britisches Militärgericht von der Anklage wegen Kriegsverbrechen, [[Anm.: Der Ortsgruppenleiter von Dirmstein hatte am 21.2.1945 den englischen Flieger Cyril William Sibley erschossen, angeblich auf Drängen des Frankenthaler Kreisleiters Merkle]] danach im Lager Ludwigsburg (Entlassung am 18.9.1948 zu seinen Geschwistern nach Fellbach); 17.9.1948 von der Spruchkammer der Interniertenlager Ludwigsburg als Hauptschuldiger eingestuft, nach Widerspruch der Zentralberufungskammer 8 Nord-Württemberg in Ludwigsburg vom 10.11.1949 als Belasteter (1 Jahr Arbeitslager unter Anrechnung der erlittenen Internierung, Einzug von 10% des Vermögens zum Wiedergutmachungsfonds im Gnadenweg erlassen); 6.5.1954 Ablehnung eines weiteren Gnadengesuchs Merkles vom 15.2.1954 auf Umstufung durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Müller. --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Staatsarchiv Ludwigsburg Best. EL 903/5 Bü. 375. - Landesarchiv Speyer Best. H 41 Nr. 1105, Best. H 91 Nr. 26405, Best. R 18 Nr. A 29731, Best. T 65 Nr. 265 und Nr. 275. - Heinz, Hans-Joachim: NSDAP und Verwaltung in der Pfalz. Allgemeine innere Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung im Spannungsfeld nationalsozialistischer Herrschaftspraxis 1933-1939. Ein Beitrag zur zeitgeschichtlichen Landeskunde, Mainz 1994. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Muskalla, Dieter: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel. Gleichschaltung û Neuordnung û Verwaltung, Saarbrücken 1995. - Mitt. Dr. Wolfanger. -
GND-Nr. 1051184940
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0206
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
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