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Schmitt, Friedrich Ernst / 1896-1972

Geburtsdatum05.04.1896
GeburtsortStaudernheim
Sterbedatum17.10.1972
SterbeortStaudernheim
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Schmieds Johann Schmitt. - Familienstand: verheiratet seit 16.10.1920 (Meddersheim) mit Helene Schmidt, 3 Kinder. - Religion: evangelisch, 1938 Kirchenaustritt. - Ausbildung: 1902-1910 Volksschule in Staudernheim; 1910-1913 Lehre als Schmied und Schlosser, 1913 Schmiedgesellenprüfung; 1914-Nov. 1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger (EK II, kriegsbeschädigt); Nov. 1918-März 1919 bei der Eisenbahn beschäftigt; April 1919-1921 Ausbildung als Werkstudent zum Ingenieur (Technikum Bingen). - Beruf: 1921-1933 Gießerei-Ingenieur (ab 1925 in den Borsig-Werken); Mai 1928 erfolglose Kandidatur zum Preußischen Landtag; 1929 Mitglied des Kreistags Meisenheim (Fraktionsführer der NSDAP); 1932-1933 MdL (Preußen); Nov. 1932-1933 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtags; Mitglied des Kreisausschusses, 1933 Erster Kreisdeputierter des Kreises Kreuznach, versieht März-Juni 1933 zugleich die Geschäfte des Landrats (auch danach "der unumschränkte Machthaber im Kreise Kreuznach, dessen Anordnungen und Befehlen sich angesichts des ihm eigenen herrischen Wesens niemand zu widersetzen wagte"); [[Anm.: Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach vom 19.2.1951, Landeshauptarchiv Koblenz Best. 584/6 Nr. 60, Bl. 13]] Nov. 1933-1945 MdR, Wahlkreis 21 (Koblenz-Trier); Aug.-Sept. 1940 Landkommissar im Distrikt Luxemburg; März 1945 Flucht aus Bad Kreuznach und Eintritt in die Wehrmacht. NSDAP: 1923 Eintritt in die NSDAP (Nr. 5864); 1923 vorübergehend von den französischen Besatzungsbehörden ausgewiesen; 26.5.1925 Wiedereintritt in die NSDAP (Nr. 8560); 30.11.1926 Austritt aus der NSDAP, da er mit dem Gauleiter von Hannover-Nord, Bernhard Rust, über soziale Fragen in Gegensatz geraten war (Rust sprach sich gegen die Befugnisse der Betriebsräte aus); 5.4.1928 Wiedereintritt in die NSDAP (nach Aussprache über die Arbeiterfrage mit Gauleiter Ley in Staudernheim); 1927-1945 Kreisleiter von Meisenheim bzw. (ab 1932) Kreuznach (1930 von Bezirksleiter Gustav Simon als ehrenamtlicher Kreisleiter eingesetzt, ab 1933 hauptamtlich, 20.4.1937 offizielle Ernennung), Ortsgruppenleiter der NSDAP in Bad Kreuznach; Beauftragter der NSDAP für das Amt Baumholder und die Kreise Birkenfeld, Kreuznach und Zell; 1933-1936 Gauinspekteur Süd der Gauleitung Koblenz-Trier (Amt angeblich wegen Differenzen mit Gauleiter Simon niedergelegt, wegen solcher auch mehrere Parteigerichtsverfahren); Juni 1933 Verhängung von Schutzhaft über Sozialdemokraten; 10.11.1938 Leiter des Pogroms gegen die Juden im Kreis Kreuznach, persönliche Beteiligung an der Zerstörung jüdischer Wohnungen in Bad Kreuznach (schon 1929 als "Judenfresser" bezeichnet). [[Anm.: Landeshauptarchiv Koblenz Best. 403 Nr. 16748, S. 467]] Nachkriegszeit: ab 8.5.1945 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, ab 11.6.1945 Internierung in Ludwigsburg, Juni 1947 auf eigenen Wunsch nach Fallingbostel verlegt, da er hofft, in der britischen Zone schneller entlassen zu werden, seit Juli 1947 im Lazarett Rotenburg (Wümme); 23.6.1948 von der Spruchkammer in Benefeld-Bomlitz (Niedersachsen) wegen politischer Betätigung für die NSDAP zu 1 1/2 Jahren Gefängnis und 300 DM Geldstrafe verurteilt, verbüßt durch die Internierungshaft; 25.6.1948 Entlassung aus der Internierungshaft, danach Aufenthalt in Plettenberg bei einer befreundeten Familie, da er befürchtet, bei einer Rückkehr nach Staudernheim gleich wieder (diesmal von den Franzosen) in Haft genommen zu werden; ab 1949 in Mühlheim am Main wohnhaft als Handelsvertreter für Gießereimaschinen und Gießereibedarf; 13.3.1951 Säuberungsurteil der Spruchkammer Koblenz: Belasteter; 1.12.1951 vom Landgericht Bad Kreuznach wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 2 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt (Internierungshaft seit 12.12.1946 angerechnet); 27.8.1953 Aufhebung dieses Urteils durch den Bundesgerichtshof, Neuverhandlung vor dem Landgericht Bad Kreuznach; 7.4.1954 zu 1 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt (durch Internierungshaft abgegolten). --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Landeshauptarchiv Koblenz Best. 403 Nr. 16737 und Nr. 16748, Best. 584/6 Nr. 58-60, 84, 87, 102, 103, Best. 856 Nr. 120970. - Standesamt Bad Sobernheim. - Dorfey, Beate: "Goldfasane" oder Hoheitsträger der Kreise? Die Kreisleiter im Gau Koblenz-Trier, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 29, 2003, S. 297-424. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004
  • Hauth, Ulrich: "Keiner im Kreis Kreuznach wagte ihm zu widersprechen", in: Bad Kreuznacher Heimatblätter 2016, 4, S. 13-16 u. 2016, 5, S. 17-20
GND-Nr. 105118584X
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0268
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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