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Heber, Hans / 1900-

Geburtsdatum28.10.1900
GeburtsortSpeyer
Sterbedatumunbekannt
Sterbeortunbekannt
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Hoteliers Karl Heber. - Familienstand: verheiratet seit 12.4.1938 (katholische kirchliche Trauung im Kloster Neuburg bei Heidelberg) mit der Tochter des Landwirts Peter Lickteig, Burgalben. - Religion: evangelisch. - Ausbildung: Volksschule, 1911-1916 Realschule Weierhof, Pensionat Bad Dürkheim und Realschule Speyer; 1916 freiwillige Meldungen bei verschiedenen Truppenteilen, wegen seines jugendlichen Alters abgelehnt; 1916-1930 Mitglied der freiwilligen Sanitätskolonne Speyer des Roten Kreuzes; 1917-1919 Dentistenausbildung beim Zahntechniker Karl Müller in Speyer. - Beruf: 1920 Assistent beim Dentisten Josef Müller in Speyer; 1920-1922 angestellt in der Zahnklinik der Allgemeinen Ortskrankenkasse Speyer, dort "Austritt wegen Zusammenstößen mit dem parteipolitischen Verwaltungsausschuss"; 1922-Ende 1932 selbständiger Handelsvertreter mit ärztlichen und zahnärztlichen Instrumenten und Medikamenten, muss sein Geschäft "wegen seiner politischen Einstellung" aufgeben; 11.6.1937-31.7.1939 Geschäftsführer des Sportfeldbauvereins e.V. Ludwigshafen; 1.8.1939 Übernahme durch die Stadtverwaltung Ludwigshafen (Amt für Stadtverschönerung, bei Kriegsausbruch aufgehoben, dann Leiter der Abteilung "Technische Erzeugnisse" beim Wirtschaftsamt); 4.5.1944 Einziehung zur Wehrmacht. "Strafverfahren": 1923 Verurteilung zu 9 Monaten Gefängnis durch ein französisches Militärgericht. NSDAP: 1925 Teilnahme an einem Ausmarsch der SA nach Schönau zum Grab Schlageters; 1.12.1929 Eintritt in die NSDAP (Nr. 174133); 1.10.1930 Eintritt in die SA, 30.10.1930 Truppführer (Gründer der SA in Speyer), 1.7.1931 Sturmführer, 1.10.1932 Adjutant des Sturmbanns III/18, 1.9.1934 SA-Obersturmführer, Führer des Sturmbanns I/R 18; Sept. 1932-5.2.1935 kommissarischer Kreisleiter von Speyer; [[Anm.: Während der Machtübernahme 1933 befand er sich auf der Reichsführerschule der SA in München, was er in seinem Parteigerichtsverfahren von 1935 entschuldigend als Grund dafür anführte, dass er damals in Speyer nicht die "erforderlichen Bereinigungen" vornehmen konnte (Bundesarchiv Best. OPG/D 121 Heber)]] Mai 1933-30.6.1935 Gauwalter Rheinpfalz-Saar der Deutschen Arbeitsopferversorgung (1935 in die DAF eingegliedert), beauftragt mit der Gleichschaltung der drei Invalidenverbände in der Pfalz; Sept. 1934 in alkoholisiertem Zustand Schlägerei in Speyer mit dem als Praktikant bei der Kurpfalz-Sektkellerei beschäftigten amerikanischen Staatsbürger Dolfi Heck (Sohn des Präsidenten der American Wine Compagnie in St. Louis) und dem Hausmeister der Kurpfalz-Sektkellerei Otto Kannegießer, wofür er sich auf Veranlassung des Speyerer Bezirksamtmanns Dohm in voller Uniform entschuldigen muss (von Heber bezeichnet als "nächtliche Palgerei, der keine politischen Motive zugrunde lagen"), deswegen 25.1.1935 Beurlaubung durch den stellvertretenden Gauleiter Leyser. 5.2.1935 von sämtlichen Beauftragungen enthoben, 23.3.1935 Urteil des Gaugerichts mit Antrag auf Aberkennung der beauftragten ehrenamtlichen Ämter und Parteiausschluss wegen parteischädigenden Verhaltens (veranlasst vom Bezirksamtmann Dohm und vom SA-Stadtkommissar Delobelle), dagegen Beschwerde Hebers; 14.8.1935 Urteil des obersten Parteigerichts: Verwarnung unter Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung eines Parteiamtes auf 3 Jahre (es "ergibt sich das Bild eines charakterlich haltlosen brutalen und zu Rüpeleien neigenden Menschen"); [[Anm.: Der stellvertretende Gauleiter Leyser drückte am 10.9.1935 gegenüber dem obersten Parteigericht sein Unverständnis für die Belassung Hebers in der Partei aus und bekräftigte dabei seine Ansicht, dass das Verhalten Hebers der Grund für die schlechte Position der NSDAP in Speyer sei (ebd.)]] 17.1.1936 Entlassung aus der SA durch Beschluss des Disziplinargerichts der OSAF; 3.12.1936 Straferlass im Gnadenweg (Gnadengesuch auch von der Gauleitung befürwortet); 10.4.1937 auf sein Gnadengesuch hin erneute Aufnahme in die SA, 1939 SA-Hauptsturmführer, 1942 SA-Sturmbannführer; 30.6.1942-April 1944 Kreisbeauftragter des Kreises Ludwigshafen zur Führung der Luftschutzeinsatzkräfte ("Einsatzstürme" oder "Hundertschaften") der Partei, seit 15.6.1943 Inspekteur der "Einsatzstürme" für die Vorderpfalz, außerdem Führer der 8 Kompanien Stadtwacht von Ludwigshafen, die aufgrund einer Verfügung Himmlers aufgestellt wurden. Nachkriegszeit: Ende Mai 1945 Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, danach wohnhaft in Burgalben; 25.7.1945-Ende Juli 1946 Inhaftierung durch die französische Besatzungsmacht; 24.8.1946-30.11.1948 zum Arbeitseinsatz verpflichtet beim Minensuchkommando Firma Reincke & Co. im Gebiet des Westwalls; 12.5.1950 Beschluss der Spruchkammer Neustadt: Einstellung des Säuberungsverfahrens. --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. OPG/D 121 Heber, SA/D 103 Heber. - Landesarchiv Speyer Best. R 18 Nr. A 29020, Best. T 65 Nr. 242. - Heinz, Hans-Joachim: NSDAP und Verwaltung in der Pfalz. Allgemeine innere Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung im Spannungsfeld nationalsozialistischer Herrschaftspraxis 1933-1939. Ein Beitrag zur zeitgeschichtlichen Landeskunde, Mainz 1994. -
GND-Nr. 1051183839
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0121
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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