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Mann, Richard / 1893-1960

Geburtsdatum27.04.1893
GeburtsortRodalben-Apostelmühle
Sterbedatum15.10.1960
SterbeortPirmasens
Berufe/StellungenFunktionär
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Leistenfabrikanten Ernst Mann. - Familienstand: verheiratet seit 1920, 5 Kinder. - Religion: evangelisch, 1943 Kirchenaustritt (Eltern waren Mitglieder der methodistischen Freikirche). - Ausbildung: 1899-1904 Volksschule in Rodalben, 1904-1909 Mittelschule in Pirmasens, kaufmännische Lehre. - Beruf: kaufmännischer Angestellter und Handlungsgehilfe in der Schuhindustrie; 1914 freiwillige Meldung zum Kriegseinsatz, 4.12.1914-7.11.1918 Fronteinsatz (u.a. auf dem Balkan) als Unteroffizier bei der Artillerie (Richtkanonier und Geschützführer, zweimalige Verwundung); längere Erwerbslosigkeit, dann bis 1.1.1938 selbständiger Handelsvertreter in Pirmasens ("verdient kaum den Lebensunterhalt, geht aber auch grundsätzlich jeder geregelten Arbeit aus dem Weg"; vor 1933 wird seine Miete von der Partei bezahlt, da er selbst nicht dazu imstande ist; "verkrachte Existenz ... seine Spezialarbeit war Saufen"); Juli 1925 durch ein französisches Kriegsgericht wegen NS-Betätigung zu 500 RM Geldstrafe oder ersatzweise 1 Jahr Gefängnis verurteilt; 1928-1934 Mitglied des Bezirkstags von Pirmasens; Okt. 1929 durch ein französisches Kriegsgericht wegen NS-Betätigung zu 250 RM Geldstrafe oder ersatzweise 5 Monaten Gefängnis verurteilt; Okt. und Dez. 1929 durch deutsche Gerichte wegen NS-Betätigung zu 25 bzw. 20 RM Geldstrafe verurteilt; 1929-1935 Zweiter Bürgermeister von Pirmasens; März 1936 und April 1938 erfolglos zum Reichstag vorgeschlagen, 13.6.1938-1945 MdR, Wahlkreis 27 (Rheinpfalz-Saar). [[Anm.: Nachgerückt für Fritz Heß]]. NSDAP: nach 1918 Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund, an der Niederschlagung des Separatistenaufstands in der Pfalz beteiligt; Okt. 1922 Eintritt in die NSDAP; 12.2.1924 Teilnahme an der Erstürmung des von Separatisten besetzten Bezirksamtes in Pirmasens, Flucht über den Rhein nach München; März 1924 Rückkehr nach Pirmasens, bis 1928 Ortsgruppenleiter von Pirmasens; 1.6.1924 Eintritt in die SA; 7.10.1925 offizieller Wiedereintritt in die NSDAP (Nr. 23216) nach Aufhebung des Verbotes; März 1926-30.3.1927 Gaukassier des Gaus Rheinpfalz; 9.8.1926-12.2.1927 Gaugeschäftsführer des Gaus Rheinpfalz; 1925-1.7.1931 Bezirksleiter von Pirmasens, wegen "unwürdigen Verhaltens" von der Gauleitung abgesetzt (Zechschulden "in empfindlicher Höhe", Unterschlagung von 800 RM Parteigeldern); 12.1.1932 Mann verhindert einen drohenden Parteiausschluss durch die ehrenwörtliche Erklärung, dass er seine "bisherige gegensätzliche Einstellung zur Gauleitung" aufgeben und seine Schulden regeln werde; 1.7.1933 SA-Truppführer, 9.11.1933 Führer des SA-Sturms 8/5 ("Grenadiersturm") in Pirmasens, 1935 SA-Obersturmbannführer; 1.5.1935-1945 Kreisleiter von Pirmasens; ab 1.10.1936 hauptamtlich im Dienst der NSDAP; Aug.-Okt. 1941 vorübergehend vertretungsweise Kreisleiter von Zweibrücken; 1943 vorübergehend vertretungsweise Kreisleiter von Kirchheimbolanden; 9.11.1943 SA-Standartenführer. Nachkriegszeit: 21.3.1945 Verhaftung, 2.5.-18.10.1945 französische Gefangenschaft in Tuttlingen und Immenstadt, danach US-Internierung in Frankfurt, Bruchsal, Ludwigsburg und Kornwestheim, dann seit 1948 französische Internierung in Landau, 8.6.-Dez. 1949 in Trier-Petrisberg; 6.7.1948 und 22.11.1949 vom Landgericht Zweibrücken wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Misshandlung von Juden in Pirmasens am 9.11.1938) zu 3 bzw. 2 Jahren Gefängnis verurteilt, verbüßt durch Internierungshaft; 19.10.1949 Säuberungsurteil der Spruchkammer Neustadt: Minderbelasteter, dagegen Widerspruch des Landeskommissars; 19.1.1950 Einstellung des Spruchkammerverfahrens; 24.8.1950 Urteil des Landgerichts Zweibrücken: Freispruch vom Vorwurf, die Vertreibung von Juden über die französische Grenze am 10.11.1938 geleitet zu haben, aus Mangel an Beweisen. --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. PK/H 368 Mann, Best. NS 51 Nr. 210. - Landeshauptarchiv Koblenz Best. 856 A Nr. 25. - Landesarchiv Speyer Best. H 91 Nr. 1450, Best. R 18 Nr. A 19003, Nr. A 25827, Best. T 65 Nr. 275, Best. Y 7 Nr. 16. - Heinz, Hans-Joachim: NSDAP und Verwaltung in der Pfalz. Allgemeine innere Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung im Spannungsfeld nationalsozialistischer Herrschaftspraxis 1933-1939. Ein Beitrag zur zeitgeschichtlichen Landeskunde, Mainz 1994. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. -
GND-Nr. 129845795
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0200
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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