Möchten Sie uns biographische Informationen übermitteln?

[Mobile Ansicht anfordern]


Vollanzeige gefundener Personen



Diese Treffer per Mail versenden?



Schickert, Ludwig Alfred / 1901-1951

Geburtsdatum08.08.1901
GeburtsortKriegsfeld-Schniftenbergerhof
Sterbedatum14.11.1951
SterbeortKriegsfeld-Schniftenbergerhof
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Landwirts Ludwig Schickert. - Familienstand: verheiratet mit Berta Priester, 2 Kinder. - Religion: evangelisch. - Ausbildung: bis 1910 Volksschule in Nieder-Wiesen, danach Realschule in Bonn, bis 1918 Landwirtschaftsrealschule in Bitburg, danach bis 1923 Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim. - Beruf: 1924 Übernahme des väterlichen Betriebs, Landwirt und Saatzüchter in Schniftenbergerhof (ca. 300 Morgen Land); 1932 MdL (Bayern); Juli 1932-31.1.1935 MdR, Wahlkreis 27 (Pfalz), Mandat auf Betreiben des Gauleiters Bürckel für ungültig erklärt; [[Anm.: Nachgerückt: Leonhard Wüchner, Zweiter Bürgermeister von Germersheim]] März 1933-Ende 1934 Erster Vorsitzender der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft Ludwigshafen und des Landwirtschaftlichen Kreisausschusses der Pfalz; 1936-1939 aufgrund Haftbefehls des Sondergerichts Frankenthal wegen fortgesetzten Vergehens gegen das Heimtückegesetz flüchtig, u.a. in den Niederlanden und 1937/38 ein halbes Jahr bei seinem Schwager in Friedrichroda (Thüringen); Schickert hatte den Rechtsanwalt Dr. Rudolf Hammann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt, der jedoch das ihm von Schickert übergebene Belastungsmaterial an Bürckel aushändigte; 11.5.1939 Aufhebung des Haftbefehls durch das Sondergericht Kaiserslautern "nach Wegfall der Haftgründe" (Schickert wird davon durch den Reichsbauernführer Darré persönlich informiert); 1939-1945 wieder Landwirt in Schniftenbergerhof. NSDAP: 1.4.1927 Eintritt in die NSDAP (Nr. 60807), Mitglied der SA; Aug. 1930-Juli 1932 landwirtschaftlicher Kreisfachberater der NSDAP in Kirchheimbolanden; Gründer der NS-Bauernzellen und treibende Kraft bei der nationalsozialistischen Unterwanderung der Pfälzischen Bauernschaft, die im Aug. 1932 mit den NS-Zellen fusioniert; Juli 1932-Juli 1934 landwirtschaftlicher Gaufachberater der NSDAP in der Pfalz, Landesbauernführer; Anfang 1933 Gründer der pfälzischen NS-Bauernorganisation "Bundschuh"; 1933 Kreisbauernführer in Kaiserslautern; 1933-Juli 1934 Leiter des Gauamts für Landwirtschaft der Gauleitung Rheinpfalz; 1933-Juli 1934 Mitglied des Reichsbauernrats; Juli 1934 Ausschluss aus der NSDAP wegen "parteischädigenden Verhaltens" (schon seit Ende 1932 Konflikt mit Gauleiter Bürckel, den er separatistischer Aktivitäten bezichtigt; Bürckel unterstellt ihm eigene Ambitionen auf den Gauleiterposten), 12.2.1935 Bestätigung des Ausschlusses durch Hitler. Nachkriegszeit: Dez. 1945-9.8.1947 Internierung in Landau, danach vorübergehend wohnhaft in Neustadt a. d. Haardt, da er für den Kreis Kirchheimbolanden Aufenthaltsverbot erhält; 1.9.1949 erneute Übernahme seines landwirtschaftlichen Betriebs auf dem Schniftenbergerhof (1945-1949 von der Besatzungsmacht unter Zwangsverwaltung gestellt); 3.2.1950 Einstellung des Säuberungsverfahrens durch die Spruchkammer Neustadt, da nur als Minderbelasteter einzustufen. Auskunft des Bürgermeisters von Kriegsfeld 1948: Seine angebliche Verfolgung war mehr theatralischer Art ... Als er nach seiner angeblichen Verfolgung zum 1. mal wieder nach hier kam, stieg er aus dem Auto und schrie mit beiden erhobenen Armen in die Ortsstrasse: "Und dennoch Heil Hitler". Ferner war er ein großer Judenfeind. Auskunft der CDU Kirchheimbolanden 1948: "Radikal und rücksichtslos; erstklassiger Propagandist. Schade, dass er nicht schon 1902 gestorben ist. Er hat viel Unheil angerichtet und musste während der Nazizeit etwa 2 Jahre sich in Holland aufhalten, sonst wäre es ihm hier schlecht ergangen." Schickert war schwerbehindert (Vollamputation des linken Beines). --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Landesarchiv Speyer Best. J 71 Nr. 428, Best. R 18 Nr. A 24266. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Schepua, Michael: "Sozialismus der Tat" für das "Bollwerk im Westen". Entwicklung und Besonderheiten des Nationalsozialismus in der Pfalz, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25, 1999, S. 551-601. -
GND-Nr. 1051185718
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0257
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek


Ausgabeformat wechseln

Standardanzeige
Mobilanzeige
Kategorienanzeige
Fliesstext
Mobilanzeige 2

Neue Suche