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Wild, Wilhelm Herbert / 1886-1969

Geburtsdatum26.03.1886
GeburtsortIdar-Oberstein-Idar
Sterbedatum17.12.1969
SterbeortIdar-Oberstein
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn des Kaufmanns Karl August Wild (seine Mutter, die bis 1945 in seinem Haus wohnt, ist Mitglied der Neuapostolischen Kirche). - Familienstand: verheiratet mit Christine Gänz. - Religion: evangelisch, 1919/21 Kirchenaustritt, 1933 Wiedereintritt, weil er sich von der evangelischen Kirche eine "aufbauende Kraft" verspricht, 1938 wieder Austritt wegen deren Zersplitterung. - Ausbildung: Evangelisches Pädagogicum Bad Godesberg, 1902 Aufenthalt in Frankreich und England zur Vervollkommnung der Sprachkenntnisse, 1903 Mittlere Reife, anschließend kaufmännische Lehre, 1904 Aufenthalt in Frankreich zur praktischen Erlernung der Edelsteinschleiferei. - Beruf: Herbst 1905-1909 Aufenthalt in den USA, dort selbständiger Kaufmann im Edelstein- und Perlengewerbe, 1909-1914 in Brasilien; 1914-1918 freiwilliger Kriegsdienst, Leutnant der Landwehr; 1918-1932 Edelsteinfabrikant in Idar-Oberstein; 1923 Autounfall mit doppeltem Schädelbruch, Wirbelsäulenverletzung, Rippenbrüchen und Lungenverletzung; 1931-1933 MdL (Oldenburg); 26.11.1932-1.12.1933 oldenburgischer Staatskommissar für Birkenfeld (lässt den abgesetzten Regierungspräsidenten Dörr, DDP, bis 1.4.1933 in der Dienstwohnung im Regierungsgebäude wohnen); 1.12.1933-1.4.1937 oldenburgischer Regierungspräsident, am 1.4.1937 in den einstweiligen Ruhestand versetzt (Angliederung von Birkenfeld an Preußen), gleichzeitig preußischer kommissarischer Landrat von Birkenfeld (2.12.1937 definitive Ernennung zum 16.12.1937), 1945 entlassen; Nov. 1933, 1936 und April 1938 erfolglos zum Reichstag vorgeschlagen; 1934 und 1943 mehrwöchige Kuraufenthalte in Bad Reichenhall wegen Lungenkrankheit; 1944 Autounfall mit Brustquetschung. NSDAP: 1.10.1928 Eintritt in die NSDAP (Nr. 100388), Gründer der NSDAP im Land Birkenfeld (Eintritt auf der ersten NSDAP-Versammlung des Landes im Saalbau von Göttschied); 1933-Sept. 1937 und 9.4.1943-1945 (ehrenamtlicher) Kreisleiter von Birkenfeld-Baumholder; 20.1.1938 von Hitler zunächst des Amtes enthoben, "weil er sich für die Beibehaltung des Landratsamtes entschieden hat" (12.8.1938 wird ihm von Hitler das Recht verliehen, die Uniform mit dem Abzeichen eines ehemaligen Kreisleiters zu tragen); Gegenspieler seines Nachfolgers als Kreisleiter, Ernst Diedenhofen, später auf eigenen Wunsch wieder selbst zum Kreisleiter ernannt (Wild "konnte ... die Beseitigung des Kreisleiters Diedenhofen, unter dem die Bevölkerung schwer litt, nur dadurch beim Gauleiter erreichen, daß er diesen davon überzeugte, daß in den Kriegsjahren hier ein Mann polit. Exponent sein müsse, der mit der Bevölkerung so verwachsen war, wie er"). [[Anm.: Landeshauptarchiv Koblenz Best. 856 Nr. 60373, Bl. 10]] Nachkriegszeit: Internierung 29.4.1945-1949 in Ludwigsburg, Diez und Trier-Petrisberg; 10.7.1951 Säuberungsspruch der Spruchkammer Koblenz: Belasteter; 5.7.1957 Gnadengesuch an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Altmeier; Verfahren vor dem Landgericht Koblenz wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit (der Studienrat Georg Maus in Idar-Oberstein hatte als evangelischer Religionslehrer im Frühjahr 1944 das Bibelzitat "Liebet Eure Feinde" behandelt, wobei er auf Nachfrage von Schülern präzisierte, dass darunter auch die Engländer zu verstehen seien. Daraufhin wurde er auf Betreiben von Mitgliedern der Kreisleitung vom Volksgerichtshof mit Urteil vom 23.11.1944 zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Er starb am 16.2.1945 bei einem Gefangenentransport in Hochstadt am Main. Der Anzeiger gab zwar an, auf Anweisung des Kreisleiters Wild gehandelt zu haben, dies war Wild aber nicht nachzuweisen, deswegen Freispruch). Wild genoss allenthalben in Idar-Oberstein Wertschätzung durch "ein gewisses volkstümliches Auftreten" [[Anm.: Landeshauptarchiv Koblenz Best. 584/6 Nr. 35, Bl. 105æ]]; ehem. Stadtbürgermeister Bergér von Idar-Oberstein am 27.4.1947: Wild war "populär wegen seiner rauhen, derben Art, mit der er jedermann begegnete". SPD Birkenfeld am 6.10.1948: "Herbert Wild ist "der" Agitator für den Nationalsozialismus im Birkenfelder Land gewesen. Mit zäher Verbissenheit ist er Tag für Tag in den Dörfern des damals oldenburgischen Landesteils umhergereist, um seine Hitlerparolen unter die Bauern zu tragen." --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ; 28)]
Quellen
  • Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch "der" NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. - Bundesarchiv Best. PK/T 96 Wild. - Landeshauptarchiv Koblenz Best. 584/6 Nr. 35, Best. 856 Nr. 60373. - Dorfey, Beate: "Goldfasane" oder Hoheitsträger der Kreise? Die Kreisleiter im Gau Koblenz-Trier, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 29, 2003, S. 297-424. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Stockhorst, Erich: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich, Wiesbaden o. J. (1985). -
GND-Nr. 1051186870
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0339
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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