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Kesselstatt, Franz Ludwig von / 1753-1841

Geburtsdatum18.09.1753
GeburtsortTrier
Sterbedatum18.11.1841
SterbeortMainz
WirkungsorteWien ; Straßburg ; Nancy ; Mainz
Berufe/StellungenMaler ; Domkapitular
FachgebieteKunst. Kunstgeschichte ; Kirche
Biogramm Vater: Hugo Kasimir Eduard von Kesselstatt, Mutter: Katharina Elisabeth Knebel aus Katzenelnbogen; 1770 bis 1774 Studium der Rechtsgeschichte und Finanzwissenschaften in Wien, Straßburg und Nancy; seit 1778 Kapitular am Mainzer Dom - bei seinem Tode letzter Kapitular des ehemaligen Erzstiftes; lehnte während der französischen Besatzung eine Wahl zum Stadrat in Mainz ab; 1814/15 Delegierter beim Wiener Kongress. 1841 starb mit ihm der letzte Mainzer Domkapitular des alten Reiches. Universalerbe war sein Großneffe Graf Franz v. Kesselstatt. Bücher- und Kunstsammlungen wurden nach seinem Tod in Katalogen erfaßt und versteigert, insgesamt 1399 Bücher und Gemälde sowie 665 sonstige Mobilien, u.a. auch Shakespeares Totenmaske.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm In Mainz aufgeschworen zum Domherrn 1760, dort ein gleichnamiger Onkel Domherr (+ 1777). Studium der Rechtsgeschichte und Finanzwissenschaften in Wien 1770-1774, Studien in Straßburg und Nancy, 1776 Subdiakonatsweihe, 1778 Domkapitular in Mainz. K war auch Kanoniker des Ritterstifts St. Ferrutius Bleidenstadt und Präsident der Mainzer Dompräsenzkammer. Er begleitete den Mainzer Kurfürsten zur Kaiserwahl nach Frankfurt. Zur französ. Zeit wurde er zum Stadtrat in Mainz gewählt, nahm das Amt aber nicht an. 1814/15 gehörte er zur Mainzer Deputation beim Wiener Kongreß. - K war ein vielseitig gebildeter und interessierter Mann, der sich auch selbst als Maler und Zeichner betätigte, ein "Mäzen" alter Schule, war den Mainzer Künstlern Freund und Förderer. Er betätigte sich als Sammler v. Büchern und Kunsterzeugnissen vorrangig aus dem Bestreben, das heimatl., besonders kirchl. Kunstgut vor Zerstörung zu bewahren; so wird er als "Sammlerpersönlichkeit" charakterisiert. Zur französ. Zeit zeichnete er in Mainz interessante Gebäude vor dem geplanten Abbruch, die so wenigstens im Bild gerettet wurden. Er vermachte der städtisch. Bibliothek und Gemäldesammlung in Mainz Bilder und Möbel aus seiner Sammlung, besonders die v. ihm selbst gezeichneten und illuminierten "Lithographien" v. Gebäuden in und bei Mainz. Bekannt waren seine kleinen, in zierl Maßstab geschaffenen Bilder (Ansichten aus Trier, Himmerod, Koblenz, Mainz und Schloß Molsberg). Die Domfabrik Mainz und das Bürgerhospital St. Rochus in Mainz bedachte er mit Geldgeschenken, die Kirche St. Stephan mit einem Gemälde. Laut Testament erhielt die Stadtbibliothek Trier eine handschriftl. Sammlung v. "Auszügen über allerlei Gegenstände" in 18 Bänden, 3 Foliobände v. ihm gesammelter Kupferstichporträts und die v. ihm "nach der Natur aufgenommenen Ansichten" aus der Trierer Gegend. - --- [Daten übernommen aus: Theresia Zimmer, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm [Zum Adelsgeschlecht Kesselstatt:] Das Geschlecht derer v.K. stammt aus der Grafschaft Hanau, kam aber schon im 14. Jahrh. in die Rheinlande mit Johann v.K. genannt Moir, der für das Jahr 1367 als kurtrier. Hofmarschall bezeugt ist und Burgmann von Montabaur war. Er heiratete Grete, die Tochter des Diedrichs von Dieblich. Beide kauften 1385 von Klaus v. Kellenbach Güter u.a. zu Müden und Esch (Kaisersesch). Johann hatte drei Söhne, von denen aber nur der erste die Stammreihe fortsetzte. Am 12. Juni 1386 bewilligte der Trierer Erzb. Kuno II. v. Falkenstein (1362/88) dem Theoderich, Sohn des Hofmarschalls Johann v.K. seine Ehefrau Jutta, die Tochter des Heinrich v. Clotten, Burggraf zu Cochem, die Hälfte des Zehnten seines Vermögens in Dieblich zu bewittumen (Das Vermögen gehörte der Ehefrau, wenn er im Krieg umkommen oder vorzeitig sterben sollte). Sohn Friedrich I. v.K, "Burgherr zu Clotten", bezog als Lehen des Erzb. Kuno im Jahre 1385 eine Fruchtrente zu Vallendar und zu Karden. Von ihm sind drei Söhne bekannt: Friedrich, Diedrich und Peter, von denen Diedrich die sog. "Clottener Linie" gründete und sich "Herr von Clotten" nannte und gleichzeitig Amtmann von Daun war. Er bezog 1399 aus dem Deutschordenshof Esper auf dem Klottener Berg 14 Malter Kornrente. Am 10.3.1414 erteilt Erzb. Werner dem Ritter Diederich Anwartschaft auf Lehen zu Winningen und Müden. 1416 tritt er als Amtmann zu Daun auf. Erzb. Otto bestätigt am 5.9.1420 dem Ritter Diedrich auf Lebenszeit ein Mannlehen auf der Burg in Klotten mit 4 Malter Korn jährlich aus der Kellnerei Cochem. Am selben Tag erhielt Diedrich auch Anteil am Zehnten zu Pünderich als trier. Mannlehen. 1431 schenkt er ein Drittel des Hofes Fahrenday auf dem Klottener Berg an die Benediktinerabtei Maria Laach. Das Ulmener Lehen des Diedrich v.K. gab Erzb. Werner v. Falkenstein (1388-1418) an Claes v. Ulmen. Hofmarschalls Johann v.K. erhielt wie sein Vater, ein Hofamt; er wurde (1394) Mundschenk des Kurfürsten Werner v. Falkenstein (1388-1418) er hatte ebenfalls seinen Wohnsitz mit seiner Ehefrau Elsa v. Nohn auf der Burg in Klotten. Er starb gegen 1435. Friedrich II. v.K, 1380 geboren, heiratete gegen 1419 Getze, die Tochter des Diedrichs v. Daun. Er erhielt mit seiner Ehefrau vom Erzb. Otto v. Zieghenhain (1418/30) jährlich 6 Malter Korn u. Wingerte u.a. zu Kern (Moselkern) und Illerich. Die v.K. wohnten anfangs noch auf der Burg in Klotten, dann ab 1585 in ihrem stattlichen Hofgut im Ort. Peter, der Bruder von Dietrich, starb 1462 als Abt der Augustiner-Chorherrenabtei in Springiersbach. Iliane v.K. heiratete den Ritter Johann v. Winneburg, der sich "Herr zu Clotten" nannte. Mit Christoph erlosch das Geschlecht in Klotten und wurde von dem Kesselstatt`schen Zweig der jüngeren Linie v. Föhren beerbt. Um 1780 wurde Burg Coraidelstein in Klotten auf Abriss versteigert. Ein weiteres Hofhaus besaßen die v.K. auch in Cochem, dem alten Salzmagazin d.h. der Hospitalkirche gegenüber, es erstreckte sich bis zur Mosel. In Ernst hatten sie ein Hofhaus mit Brunnen, auch einen Hof in Kaimt. 1ä4Administrator in Lütz war bis 1788 Peter v.K. Karl v.K. war 1534-1611 kurtrier. Amtmann im Zeller-Hamm u. Baldeneck. 1566 Obervogt im Kröver-Reich und Amtmann in Zell, zeitweise auch Landhofmeister. Johann Eberhard Freiherr v.K, Herr zu Föhren, Stadthalter in Trier und Geheimer Rat und Amtmann zu Cochem, Daun und Ulmen von 1669/73. 1716 erfuhr die Familie v.K. eine Standeserhöhung durch kaiserliche Erhebung in den Reichsfreiherrenstand für Kasimir Friedrich. Kaiser Josef II. erhob seinen Enkel 1776 in den Reichsgrafenstand. 1792 flüchteten die v.K. vor den eindringenden französischen Revolutionsarmeen. Edmund v.K. hatte das ganze Familienvermögen auf sich vereinigt (mit Weinrenten u.a. Klotten, Bruttig u. Valwig). Nach 1855 entschloss sich die Verwaltung den zersplitterten Weingutsbesitz wegen seiner umständlichen Bewirtschaftung abzustoßen und dafür wenige, aber große Weingüter zu erwerben. [Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]
Quellen
  • Laufner, Die Reichsgrafen v.K, Trier, Jahrbuch, 1969
  • Spoo, Aus der Geschichte der Reichsgrafen v.K, Trierisches Archiv, Nr. 7/8, 1926
  • Mehs, Die Geschichte derer v.K, Der Kreis Wittlich, 1927
  • Friderichs, Alfons: Klotten und seine Geschichte, (Schriftenreihe: Ortschroniken des Trierer Landes, Bd. 29), Briedel, 1997, S. 85/7
  • Friderichs, Das Adelsgeschlecht derer v.K. im Kreis, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 2004, S. 57/9
Quellen (WWW)
GND-Nr. 133807274
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkd0483
Zuletzt bearbeitet:04.01.2012

[Bild: Stadtarchiv Mainz]
Weitere Informationen:
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über: Kesselstatt, Franz Ludwig von / 1753-1841
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