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Eiden, Hans / 1901-1950

Geburtsdatum24.11.1901
GeburtsortTrier
Sterbedatum06.12.1950
SterbeortTrier
WirkungsorteKoblenz ; Konzentrationslager Buchenwald ; Trier
Berufe/StellungenAbgeordneter ; Dreher
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten ; Industrie. Handwerk
Biogramm
  • Mitglied des Rheinland-Pfälzischen Landtags
  • Partei: KPD (Parteiausschluss 1948)
  • Mandate: Mandat 1. Wahlperiode: Regierungsbezirk Trier, bis 14.06.1948, Nachfolger: Griesbeck, Hans
  • Konfession: Katholisch, seit 1939 "gottlos"
  • Ausbildung, beruflicher und persönlicher Werdegang: Ausbildung zum Dreher, Beschäftigung bei der Deutschen Reichsbahn, 1929-1936 arbeitslos und Gelegenheitstätigkeiten, 1933 Inhaftierung, 1936 Zuchthaus wegen angeblichen Hoch- und Landesverrats, 1939 Inhaftierung im Gestapo-Gefängnis Trier-West, 01.09.1939 in Strafanstalt Wittlich überstellt, 15.09.1939-1945 Konzentrationslager Buchenwald, 1944 dort Lagerältester I, in dieser Funktion für die Rettung vieler Häftlinge, darunter Tausende Juden, verantwortlich, verhinderte mehrfach todbringende Evakuierungen des Lagers und spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung des Konzentrationslagers, 1945 Rückkehr nach Trier, 1947 Ehrenvorsitzender der Vereinigung der politischen Opfer des Faschismus, Gründung der Bezirksorganisation Trier
  • Politische und gesellschaftliche Funktionen: 1929 Mitglied der KPD, Ortsverein Trier
  • 1930 Ausschluss und 1932 Wiederaufnahme in die KPD
  • 1932 Leiter des Stützpunkts Trier-Nord des Kampfbundes gegen den Faschismus
  • 1945 Vorsitzender KPD im Kreis Trier
  • 1945 Mitglied des Beirats der Stadt Trier
  • 1946 Wahl in den Stadtrat von Trier, aber Mandatsverzicht
  • 1945 Erster Sekretär und Ernennung zum kommunalen Beirat für die KPD in Trier
  • 1947 Erster Sekretär des KPD-Kreisvorstands Trier
  • 1948 erneut Ausschluss aus der KPD
  • 1948 Beisitzer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes für die Wiedergutmachungskammer, Mitglied des Vorstands der VVN im Bezirk Trier
  • Mitgliedschaft im Landtag, Gremientätigkeit: 04.06.1947-14.06.1948 (1. Wahlperiode) Mitglied des Landtags
  • 1. Wahlperiode: Vorsitzender Petitionsausschuss.- --- [Daten übernommen aus "Die Stellvertreter des freien Volkes. Die Abgeordneten der Beratenden Landesversammlung und des Landtags Rheinland-Pfalz von 1946 bis 2015", Mainz 2016 (Red.schluss 01.12.2015)]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Dreher. - 1929 Eintritt in die KPD, 1930 Ausschluß aus der Partei. Wiederaufnahme 1932, Leiter des Stützpunktes Trier des "Kampfbundes gegen den Faschismus". 1.-17.03.1933 Schutzhaft im Gestapo-Gefängnis Trier-West, 1936 erneute Verhaftung und Verurteilung wegen angebl Hoch- und Landesverrats. 1939 wurde E in das Konzentrationslager Buchenwald überführt. Hier schloß er sich der kommunistischen Widerstandsgruppe vor Ort an und erwarb mehrere Funktionen in der häftlingsinternen Lagerverwaltung bis hin zum Lagerältesten I im Jahr 1944, der sämtl. Häftlingen im Lager vorstand. Er sah seine Hauptaufgabe in der Verbesserung der Lebensumstände der Häftlinge, insbes hinsichtl. der Unterbringung. In den letzten Wochen vor der Befreiung verdankten viele Häftlinge, darunter auch tausende Juden, dem selbstlosen und mutigen Einsatz v. E, seinem taktischen Geschick und klugen Umgang mit der SS ihr Leben. Unter Einsatz seines Lebens verhinderte er mehrfach todbringende Evakuierungen des Lagers und organisierte nach der Befreiung des KZs am 11.04.1945 die Grundlagen für das Überleben und die Rückkehr der 21000 Häftlinge in ihre Heimat. Nach seiner eigenen Rückkehr nach Trier im Mai 1945 engagierte er sich zunächst in der Kommunalpolitik (so Mitglied des Beirates der Stadt), um nach seiner Wahl 1947 in den ersten rheinland-pfälzischen Landtag vor allem für soziale Belange einzutreten. Dem Landtag gehörte er (zugl. als Vorsitzender des Petitionsausschusses) bis zum 14.06.1948 an. Darüber hinaus nannte er die Sicherung eines dauerhaften Friedens und die endgültige Beseitigung des Nationalsozialismus als seine wichtigsten polit. Ziele. Seine eher pragmatisch als ideologisch zu nennende polit. Einstellung prägte sein Handeln. Nach dem erneuten Ausschluß aus der KPD im Juni 1948 zog er sich aus der Politik zurück. Er verstarb an den Spätfolgen der KZ-Haft. - Die Stadt Weimar hat eine Schule mit seinem Namen benannt. - --- [Daten übernommen aus: Beate Dorfey, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Das war Buchenwald. Tatsachenbericht, Trier 1946, Wiederabdruck in: Becker, Klaus J.: Die KPD in Rheinland-Pfalz 1946-1956, Mainz 2001, S. 432
  • Dorfey, Beate: Der letzte Lagerälteste von Buchenwald. Leben und Wirken des Trierer Kommunisten Hans Eiden. Zum 50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, in: Kurtrierisches Jahrbuch 1995, 35, S. 363 - 403
  • Dorfey, Beate: Zur Problematik des kommunistischen Widerstands im Konzentrationslager Buchenwald. Der Fall des Trierer Kommunisten Hans Eiden. in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 43, 1995, S. 515 534
  • Dorfey, Beate: Hans Eiden - Porträt eines kommunistischen Widerstandskämpfers, in: Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz, Bd. 1: "Eine nationalsozialistische Revolution ist eine gründliche Angelegenheit", hg. v. Hans-Georg Meyer/Hans Berkessel, Mainz 2000, S. 382 - 388
  • Gobrecht, Horst: Eh' die Sonne lacht. Hans Eiden, Kommunist und Lagerältester in Buchenwald, Bonn 1995
  • Heimatblätter Bitburg-Prüm 1994
  • Niethammer, Lutz (Hg.): Der "gesäuberte" Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald, Berlin 1994
  • Heidi Mehl-Lippert, Doris Maria Peckhaus: Abgeordnete in Rheinland-Pfalz 1946-1987 - Biographisches Handbuch, Mainz 1991, 179.
GND-Nr. 173061966
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pke0162
Zuletzt bearbeitet:01.12.2015
Weitere Informationen:
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über: Eiden, Hans / 1901-1950
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