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Drach, Leonhard Josef Hubert / 1903-1996

Geburtsdatum09.03.1903
GeburtsortAachen
Sterbedatum12.01.1996
SterbeortLudwigshafen am Rhein
Berufe/StellungenStaatsanwalt
FachgebieteRecht
Biogramm Staatsanwalt. - Nach Schulbesuch in Aachen (Abitur 1921) Studium der Rechtswissenschaften in Köln und Bonn. 1. juristisches Staatsexamen 1924 und 2. 1928. Zunächst Assessor in Aachen, ab 1931 ständiger Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Trier, ab 1.04.1933 Bearbeiter u.a. v. Presse- und polit. Strafsachen. Seit 1933 u.a. Mitglied der NSDAP, des NS-Rechtswahrerbundes (später dort Ortsgruppenführer), der SA und SS-Fördermitglied. 1934 planmäßige Anstellung als Staatsanwalt in Trier. 1937-1940 auch Mitarbeiter im Gaurechtsamt. Im August 1940 Abordnung in das besetzte Großherzogtum Luxemburg zum Stab des "Chefs der Zivilverwaltung". 1941 (unter Aufrechterhaltung der Abordnung nach Luxemburg) Erster Staatsanwalt in Koblenz. Sachbearbeiter und Vertreter der Staatsanwaltschaft beim neu gebildeten Sondergericht in Luxemburg. Mitwirkung an zahlreichen Verfahren, die mit Todesstrafe endeten. Für seine "Aufbauarbeit" und seine "sachl Erledigung polit. Strafverfahren" Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse ohne Schwerter. Im September 1942 auch Anklagevertreter bei dem aus Anlaß des Generalstreiks in Luxemburg unter dem Vorsitz des Leiters des Einsatzkommandos, SS-Sturmbannführers Fritz Hartmann, gebildeten Standgericht, das entsprechend D's Anträgen innerhalb v. 10 Tagen 20 Todesurteile verhängte; diese wurden umgehend im SS-Sonderlager Konzentrationslager Hinzert vollstreckt. - Im Zusammenhang mit der Befreiung Luxemburgs im September 1944 betätigte sich D als Erster Staatsanwalt in Koblenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde D interniert, nach Luxemburg überführt und dort im Juristenprozeß v. luxemburgischen Gerichtshof für Kriegsverbrechen 1949 wegen seiner Tätigkeit beim Sondergericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit und 1951 v. gleichen Gericht im Standgerichtsprozeß wegen seiner Tätigkeit als Ankläger zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, zusammengenommen zu einer Gesamtstrafe v. 15 Jahren Zwangsarbeit. Ende 1954 wurde D im Gnadenwege vorzeitig aus der Haft entlassen. Unterdessen (1952) war in Deutschland das polit. Säuberungsverfahren ohne Schuldausspruch eingestellt worden. Nach der Entlassung aus der Haft wurde D trotz Kenntnis der ganzen Umstände in den Justizdienst des Landes Rheinland-Pfalz eingestellt, und zwar zunächst als Erster Staatsanwalt zur Wiederverwendung, dann als Hilfsstaatsanwalt in Frankenthal, später Einweisung in die frühere Rechtsstellung als Erster Staatsanwalt und ständiger Vertreter des Leiters der Staatsanwaltschaft Frankenthal. 1960 Beförderung zum Oberstaatsanwalt - Nach Aufdeckung des ganzen Sachverhalts durch die Presse und Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses wurde D auf seinen Antrag zum 30.04.1966 in den Ruhestand versetzt. - --- [Daten übernommen aus: Joachim Hennig, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Reinhard Bollmus: Trier und der Nationalsozialismus, in: Kurt Düwell, Franz Irsigler (Hg.): Trier in der Neuzeit ( = 2000 Jahre Trier, Bd. 3), Trier 1988, 517-589 (581 f)
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 7.06.1965
  • Justiz im Dritten Reich. NS-Sondergerichtsverfahren in Rheinland-Pfalz, hrsg. v. Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz, Frankfurt a.M. u.a. 1994
  • Wolfgang Hans Stein: V rhein. Richtern. Die Justizjuristen der Landgerichtsbezirke Koblenz und Trier im Nationalsozialismus, in: Justiz im Dritten Reich. Justizverwaltung, Rechtsordnung und Strafvollzug auf dem Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz, hrsg. v. Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz, Frankfurt a.M. u.a. 1995, 195-336
  • Der Spiegel Nr.6 v. 3.02.1965, 34; und Nr.19 v. 5.05.1965, 66
  • Rheinland-Pfalz Landtags-Drucksache V. Wahlperiode, Drucksachen-Abteilung II, Nr. 448, 2679-2690
  • Rhein-Zeitung v. 23.12.1964, 12. und 23.01.1965 und 12.02.1965
  • Trierische Landeszeitung, v. 24./25.04.1965.
GND-Nr. 105120772X
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta0253
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek
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