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Grün, Karl / 1817-1887

Geburtsdatum30.09.1817
GeburtsortLüdenscheid
Sterbedatum18.02.1887
SterbeortWien
Berufe/StellungenPublizist ; Historiker
FachgebietePresse ; Geschichtswissenschaft
Werke (Auswahl)Ludwig Feuerbach in seinem Briefwechsel und Nachlaß, Leipzig 1874 ; Kulturgeschichte des sechzehnten Jhs, Leipzig 1872 ; Kulturgeschichte des siebzehnten Jhs, Leipzig 1880 ; Friedrich Schiller als Mensch, Geschichtschreiber, Denker und Dichter, Leipzig 1844 ; Die soziale Bewegung in Frankreich und Belgien, Darmstadt 1845 (Nachdruck Hildesheim 1974) ; Ueber Göthe v. menschl. Standpunkte, Darmstadt 1846 ; Westeuropäische Gränzen, Trier 1853 ; Teilnachlaß (Werkmanuskripte und Korrespondenz) in der Stadt- und Landesbibl. Wien sowie in der Ubibl. Bonn und im Schiller-Nationalmuseum Marbach
Biogramm Publizist, Kulturhistoriker. - G studierte in Bonn und Berlin evangel. Theologie, dann Philosophie und Philologie. Nach der (urkundl. nicht nachweisbaren) Promotion war er ab 1839 als Lehrer in Colmar und ab 1842 in Mannheim als Journalist tätig. Unter dem Einfluß der Schriften des Sozialutopisten Fourier entwickelte er sich v. Nationalliberalen zum Sozialreformer. Sein Eintreten für Pressefreiheit hatte die Ausweisung durch die badische und bayrische Regierung zur Folge. 1843 kam er nach Köln; v. Zensurschikanen und Redeverbot verfolgt, emigrierte er nach Paris, wo er Kontakte mit frühsozialistischen Theoretikern fand. Seine Aktivitäten in den Pariser deutschen Arbeitervereinen im Sinne des "wahren Sozialismus" verschärften die Gegensätze zu den Theoretikern des Kommunismus. Nach Ausweisung aus Frankreich kam G schließl im März 1848 nach Trier, wo er Anstellung bei der Trierische Zeitung fand, für die er bereits als Korrespondent gewirkt hatte und deren journalistisches Niveau er bis 1850 als Redakteur prägen sollte. G nahm als Vorkämpfer für demokratische Freiheiten, als Veranstalter radikal-demokratischer Volksversammlungen und Delegierter des v. ihm Ende Mai 1848 mitbegründeten Trierer "Demokratischen Vereins" in vielfältiger Weise an den polit. Bestrebungen 1848/49 teil. Im Oktober 1848 wurde er für den Wahlkreis Wittlich Mitglied der preussischen Nationalversammlung und 1849 für den Wahlkreis Daun-Prüm-Bitburg Mitglied des preussischen Abgeordnetenhauses. Die gewaltsame Erstickung der Volkserhebung traf G als mutmaßl Mitinitiator des Prümer Zeughaussturms. Obgleich er am eigentl. Vorgang erwiesenermaßen unbeteiligt gewesen war, versuchte die Anklage, ihm nach acht Monaten Haft die Gesamtverantwortung für die Insurrektion des Mosellandes zuzuschieben. Er wurde jedoch freigesprochen und emigrierte mit seiner Familie nach Belgien, wo er elf Jahre sein Leben als Hauslehrer und Korrespondent verschiedener Blätter fristete (u.a. für die v. Sozialismus zum Liberalismus übergegangenen Trierische Zeitung). Nach der Amnestie 1861 kehrte er nach Deutschland zurück. Er betrieb weiterhin als Redner und Schriftsteller Opposition zur preuss. Kriegs- und Sozialpolitik. Um sich neuen Konflikten zu entziehen, siedelte er 1867 für die letzten zwanzig Jahre seines Lebens nach Wien um. Hier bündelte er die Früchte seiner ausgedehnten Vortragstätigkeit in umfangreichen philos. und kulturhistorischen Werken. - --- [Daten übernommen aus: Hans-Ulrich Seifert, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Heinz-Günther Böse: Köpfe der Revolution von 1848/49 in Trier und im Trierer Raum, in: "Der schlimmste Punkt der Provinz". Demokratische Revolution 1848/49 in Trier und Umgebung, hg. v. Elisabeth Dühr, Trier 1998, 136-216, 179-184
  • Heinz-Günther Böse: Die ersten demokratischen Wahlen in den Kreisen Wittlich und Bernkastel im Mai 1848, in: Jahrbuch des Landkreises Bernkastel-Wittlich, 1999, 261-270 (265 f)
  • Gunther Franz: Trierer Zeitungen in den Jahren 1848-1850, in: Revolu- tion 1848/49, 531-537 (531 f)
  • Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus 1849-1867, Düsseldorf 1994, 114
  • Eberhard Klopp: Geschichte der Trierer Arbeiterbewegung, Band 1, Trier 1987, 16 ff; und Band 3, Trier 1979, 46 ff.
  • Gast Mannes: Karl G und Luxemburg, in: Luxemburger Tageblatt Nr.89 v. 17./18.04.1993, 15-18
  • Hans-Peter Roth: Die Volksversammlung auf dem Paulsberg bei Lieser im Revolutionsjahr 1848, in: Revolution 1848/49, 605-610
  • Wolfgang Schieder: G, in: Neue deutsche Biographie, Berlin 1953 ff, 7 (1966), 186-187
  • James Strassmaier: Karl G und die Kommunistische Partei (1845-1848), Trier 1973
  • Eckhard Trox: Karl G (1817-1887), Lüdenscheid 1993
  • Emil Zenz: Die Trierer Zeit Karl G's, in: Kurtrierisches Jahrbuch, 1961 ff, 4 (1964), 44-60
GND-Nr. 118698389
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta0423
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
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über: Gruen, Karl / 1817-1887
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