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Höffner, Joseph / 1906-1987

Geburtsdatum24.12.1906
GeburtsortHorhausen (Westerwald)
Sterbedatum16.10.1987
SterbeortKöln
Berufe/StellungenPfarrer / Katholische Kirche ; Kardinal
FachgebieteKirche
Beziehungen (Link)Hesseler, Helene / 1913-2009
Werke (Auswahl)Bauer und Kirche im deutschen Mittelalter, Paderborn 1938 ; Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter, Trier 1947 (ab 2. Aufl unter dem Titel: Kolonialismus und Evangelium, 3. Aufl Trier 1969) ; Christl. Gesellschaftslehre, Kevelaer 1962 (9. Aufl 1997) ; Soziale Gerechtigkeit und soziale Liebe, Saarbrücken 1935 ; Wirtschaftsethik und Monopole im 15. und 16. Jh, Jena 1941, (2. Aufl Darmstadt 1959) ; Winfried Weyand: Schriftenverzeichnis Joseph H 1933-1983, Köln 1983 und Schriften-Verzeichnis Joseph H 1984-1988, Köln 1989
Biogramm Kardinal. - 1919-1922 Gymnasium in Montabaur und 1922-1926 Gymnasium in Trier. Studium der Philosophie und Theologie 1926 am Priestersemin. Trier, 1926-1934 in Rom, dort 1929 Dr. phil. und 1931 Baccalaureus jur. can., Priesterweihe 1932 in Rom, 1934 Dr. theol. in Rom, 1934-1937 Kaplan in Saarbrücken-St. Johann. 1937-1939 Studium Universität Freiburg i.Brsg., 1938 dort Dr. theol., 1939 Dipl.-Volkswirt, 1940 Dr. rer. pol. und 1944 Dr. theol. - 1939-1943 Expositus St. Bartholomäus Kail (Mosel) - Im Jahre 1943 beherbergte H zum Schutz vor der NS-Verfolgung ein jüdisches Mädchen zunächst im Pfarrhaus in Kail und dann bis Kriegsende bei einer Familie im Ort. Im gleichen Jahr verbarg er eine Jüdin in seinem Elternhaus, was dazu beitrug, daß diese die NS-Zeit unbeschadet überstand. - 1943-1945 war H Pfarrer in Heilig-Kreuz Trier, 1945 Professor für Pastoraltheol und Christl. Soziallehre am Bischöflichen Priesterseminar Trier und 1950 an der Theologischen Fakultät Trier, 1951-1962 Professor für Christl. Sozialwissenschaften Universität Münster, dort Gründer und Direktor des Instituts für Christl. Sozialwissenschaften und des Jahrbuchs für Christl. Sozialwissenschaften - 1962 Bischof v. Münster, 1962-1965 Teilnahme am Zweiten Vatikanischen Konzil, Mitglied der Konzilskommission für Erziehung und Bildung, Teilnahme an den nachkonziliaren römischen Bischofssynoden, 1968 Koadjutor des Erzbischofs v. Köln, 1969 Erzbischof v. Köln, Kardinal, 1976-1987 Vorsitzender der Deutschen Bischofkonferenz - H war bedeutend für die Weiterführung und Weiterentwicklung der christl. Soziallehre. Er vertrat gegen Kommunismus und Sozialismus, Kapitalismus und Liberalismus die vier weltweiten Anliegen der christl. Gesellschaftslehre: Menschenwürde, Weltfrieden, Kampf gegen Hunger und Bewahrung der Schöpfung. H wirkte auch als Gutachter und Berater für kirchl. und staatl. Stellen, z.B. zur Einführung der dynamischen Rente 1957 oder als Mitglied der wissenschaftl. Beiräte bei den Bundesministerien für Arbeit und Sozialordnung, Familien- und Jugendfragen, Wohnungsbau oder als Leiter des Sozialreferats im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken. Im kirchl. Bereich war er Mitglied vieler vatikanischer Kongregationen und Behörden. Seine Schriften zu Fragen der Zeit wurden international millionenfach verbreitet, das Lehrbuch der christl. Gesellschaftslehre wurde als Standardwerk in viele Sprachen übersetzt. Seit 1996 erfolgen Neuausgaben. Im Mai 2004 wurde er zusammen mit seiner Schwester Helene Höffner-Hesseler von der Israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem mit dem Titel "Gerechte unter den Völkern" geehrt, weil sie 1943 im Pfarrhaus in Kall/Eifel und in ihrem Elternhaus im Westerwald Juden vor dem Zugriff des Nazi-Regimes versteckt und die Nazi-Ideologie abgelehnt hatten; diese höchste Ehrung Israels für Nicht-Juden wurde in Form einer Urkunde und einer Medaille an seine Schwester überreicht. --- [Daten übernommen aus: Andrej Nicolai Desczyk, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm 1919 Gymn. Montabaur, 1922 in Trier, Studium der Philos. u. Theol. im Bischöflichen Priesterseminar Trier, in Rom 1929 Dr. phil. 1932 Priesterweihe u. 1934 Dr. theol. Kaplan in Saarbrücken St. Johann danach Studium Universität Freiburg. 1939/43 Expositus (Außenkaplan) in St. Bartholamäus Kail u. Brieden. Im Jahre 1943 beherbergte J.H. zum Schutz vor der NS-Verfolgung ein jüdisches Mädchen, Esther Sara Meyerowitz, zunächst im Pfarrhaus u. dann bis Kriegsende bei einer Familie in Kail. Seine Schwester Helene nahm im gleichen Jahr auf Bitten ihres Bruders die Jüdin Edith Nowak und ihren Mann für sechs Monate in ihrem Elternhaus in Horhausen auf. Sie waren in den Jahren von 1939/45 ein leuchtendes Beispiel der Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit. Ab 1945 war J.H. Professor an der Theolog. Fakultät in Trier, 1951 folgte er dem Ruf nach Münster, wo er am 14.9.1962 zum Bischof von Münster geweiht wurde, 1962/5 Teilnahme am Zweiten Vatikanischen Konzil, 1969/87 Erzb. von Köln, 1969 Kardinalswürde, 1976/87 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Seine Schriften zu Fragen der Zeit wurden international millionenfach verbreitet, das Lehrbuch der christl. Glaubenslehre wurde als Standardwerk in viele Sprachen übersetzt. Beerdigt in der Krypta im Kölner Dom. J.H. u. seine Schwester Helene Hesseler-Höffner wurden am 5.5.2004 von der Gesellschaft der Israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet. - Gedenkplatte in der Apsis der Nordwand in der Pfarrkirche in Kail. --- [Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]
Quellen
  • *Sekundärliteratur: Anne Martin: Die Entstehung der CDU in Rheinland-Pfalz, Mainz 1995
  • Persch: Spurensuche-Spurensicherung. Vom Einsatz Trierer Bistumsgeistlicher für jüdische Mitbürger 1933-1945, in: Kurtrierisches Jahrbuch, 1961 ff, 1996 303-317, 317
  • W. Dreier (Hrsg.): Weltverantwortung aus dem Glauben, Regensburg 1969
  • Bruno Heck (Hrsg.): In der Kraft des Glaubens, 2 Bde, 1986
  • Rudolf Henning: H, in: Jahrbuch für christl. Sozialwissenschaften, 29 (1988) 11-15
  • Ernst Dassmann: H, in: Jahrbuch der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, 1989, 41-46
  • Norbert Trippen: Dictionnaire d'histoire et de géographie ecclésiastiques, 24, 728 f.
  • Persch, Spurensuche-Spurensicherung, Vom Einsatz Trierer Bistumsgeistlicher für jüd. Mitbürger 1933/45, KTJ 1996, S.303-317
  • Dassmann, Jahrbuch der Rhein.-Westf. Akademie der Wissenschaften 1989, S.41-46
  • Lexikon für Theologie und Kirche, V, 1996, S.198
  • Schommers, Die Huldigungskirche in Kail, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 2002, S.197
  • [Rhein-Zeitung, Ausgabe D (Cochem-Zell)] v. 3.11.03 Israel ehrt Einsatz Höffners für Juden; bip, Ein unvergesslicher Wegweiser, in: Paulinus v. 16.5.2004, S.1.
GND-Nr. 118551906
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta0533
Zuletzt bearbeitet:22.11.2010
Weitere Informationen:
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von: Hoeffner, Joseph / 1906-1987
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