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Légier, Nicolas Vincent / 1754-1827

Geburtsdatum06.12.1754
GeburtsortBlois
Sterbedatum26.01.1827
SterbeortWeilerbach
Berufe/StellungenRechtsanwalt ; Departementskommissar ; Unternehmer
FachgebieteRecht ; Öffentliche Verwaltung ; Betriebswirtschaft
Biogramm Rechtsanwalt, Departementskommissar, Hüttenunternehmer. - L wurde 1780 Prokurator am Parlament (Gerichtshof) v. Paris. Trotz seiner privilegierten Stellung nahm L die revolutionären Ideale v. Gleichheit, Humanität und Liberalismus begeistert auf. 1789 war er Präsident einer Urwählerversammlung in Paris, 1790 erfolgreicher Gesetzesantrag bei der Constituante zur Föderation des Landes, 1790 Friedens- und Familienrichter in Paris, 1792 entfernt v. radikalen Pariser Bürgerrat. Seitdem wirkte L überwiegend in den neuen Departements: 1792 außerordentl. Kommissar zur Organisation des Zusammenschlusses der belgischen Provinz Hennegau mit Frankreich, 1793 Staatsanwalt beim Kriegsgericht der Rheinarmee, Rücktritt wegen Meinungsverschiedenheiten über seine humane Behandlung der Gefangenen, 1794 Kommissar der Provinzialverwaltung in Brüssel, 1795 Kommissar für die Organisation v. Verwaltung und Rechtsprechung im (luxemburgischen) Wälderdepartement - L war eine treibende Kraft bei der Umsetzung revolutionärer Ideale in Recht und Gesetz. Er scheute sich nicht, für die Durchsetzung seiner liberalen und humanen Vorstellungen selbst Nachteile in Kauf zu nehmen; doch scheint diese Haltung manchmal eingeschränkt gewesen durch einen bestimmenden Patriotismus. - L ersteigerte 1797 umfangreiche säkularisierte Besitzungen der ehemal Abtei Echternach, Schloß und Hüttenwerk Weilerbach, Ferschweiler Mühle, Burg Bollendorf und Diesburger Hof. 1797 wurde er als Deputierter des Wälderdepartements in den Rat der Fünfhundert in Paris gewählt, 1798 Bevollmächtigter des Rats beim staatl. Schatzamt, 1799 Teilnahme am Staatsstreich Napoleons, seit Ende 1799 Mitglied des Tribunats, jedoch wegen seiner liberalen Ansichten 1802 ausgeschlossen - Nun bezog L mit seiner Familie das Weilerbacher Schloß und wurde ein sehr erfolgreicher Hüttenherr. L blieb auch nach der preuss. Besitznahme des Rheinlandes in Weilerbach. L wurde wunschgemäß im Schloßgarten Weilerbach beigesetzt. Seit 1997 erinnert eine Gedenktafel beim Weilerbacher Schloß an ihn. - *Heirat: 1783 mit Agathe Bardin. - --- [Daten übernommen aus: Hiltrud Holzberger, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Archives Biographiques Françaises 389-395
  • Arnault, A. V., Jay, A. u.a.: Biographie Nouvelle des Contemporains, ou Dictionnaire historique et raisonné de tous les hommes qui, depuis la révolution française, ont acquis de la célébrité, 1823, Band 11, 265-267
  • Norbert Franz: Luxemburger Eisenindustrielle in der südl. Eifel, die Weilerbacher Hütte, in: Kurtrierisches Jahrbuch, 1961 ff, 1998, 155-175
  • Hiltrud Holzberger: Herr L v. Weilerbach, in: Heimatkalender BP 1996, 38-44
  • Dies: L's letzter Auftrag im Wälderdepartement, in: a.a.O. 1997, 22-25
  • Alfred Lefort: Histoire du Département des Forêts. Publications de la Section Historique de l'Institut G.-D. de Luxembourg, 1905
  • Alois Mayer: Verführt, gezwungen, verloren. Der Klöppelkrieg von 1798 in der Eifel, Aachen 1998, 39
GND-Nr. 140094288
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta0720
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
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über: Legier, Nicolas Vincent / 1754-1827
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