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Nell-Breuning, Oswald Johann Peter Franz Maria von / 1890-1991

Geburtsdatum08.03.1890
GeburtsortTrier
Sterbedatum21.08.1991
SterbeortFrankfurt am Main
Berufe/StellungenTheologe ; Wirtschaftswissenschaftler ; Sozialwissenschaftler
FachgebieteKirche ; Soziologie. Gesellschaft ; Industrie. Handwerk
Werke (Auswahl)Grundzüge der Börsenmoral, Dissertation Freiburg i.Brsg. 1928. ; Hg: Wörterbuch der Politik, Freiburg i.Brsg. 1947-1952 ; Vom Geld (mit Josef Heinz Müller), Freiburg i.Brsg. u.a. 1962 ; Wie sozial ist die Kirche? Düsseldorf 1972 ; Gerechtigkeit und Freiheit, Wien 1980 ; Arbeit vor Kapital. Kommentar zu Laborem exercens, Wien 1983 ; Den Kapitalismus umbiegen, Düsseldorf 1990 ; Der Nachlaß befindet sich im Ordenshaus der Jesuiten Frankfurt a.M. St. Georgen
Biogramm Kathol. Theologe, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. - Den Doppelnamen erhielt N 1910 v. dem kinderlosen Bruder seiner Mutter. Nach Abitur 1908 in Trier studierte N Physik, Mathematik, Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft, autodidaktisch zusätzl Nationalökonomie. 1911 Eintritt in den Jesuitenorden und 1921 Priesterweihe. Der Orden beauftragte ihn mit reger Vortragstätigkeit. N publizierte zu aktuellen wirtschafts- und sozialpolit. Fragen, besonders zur Geld- und Bodenpolitik, ausgelöst durch die Inflation und Grundstücksspekulation in der Zeit der Weimarer Republik. 1928 Promotion. Im selben Jahr Professor für Moraltheol, Kirchenrecht und Gesellschaftswissenschaften an der Philos-Theol Hochschule St. Georgen in Frankfurt a.M. Unter Papst Pius XI. war N maßgebl an der Erarbeitung der Sozialenzyklika "Quadragesimo anno" (1931) beteiligt. N arbeitete intensiv auf die Überwindung der gesellschaftl. Klassen hin. Eine berufsständische Ordnung sollte die Gegensätze überwinden helfen. Während der Zeit des NS-Regimes war ihm das Publizieren praktisch nicht mehr mögl. Sein Rat war seit 1945 v. Regierungen, Parteien, Gewerkschaften, aber auch v. Unternehmerseite gefragt. Er blieb dabei allen ein kritisch distanzierter Partner, ein oft unbequemer und unbestechl Anreger. Sein Plädoyer für eine Umverteilung des Produktivvermögens und für eine weitreichende qualifizierte Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Betrieben und Unternehmen brachte ihn in Gegensatz zu anderen Auffassungen auf kathol. Seite. Gleiches betraf sein entschiedenes Eintreten für die Einheitsgewerkschaft. Die intensive wissenschaftl. Auseinandersetzung mit marxistischen Theorien bewog manche Kritiker zu dem Urteil, N distanziere sich nicht ausreichend v. Marxismus, seine Kapitalismuskritik falle zu einseitig aus. - N zeichnete eine asketische Lebensführung aus; er bewältigte die ungeheure Publikationsleistung (über 1800 Veröffentlichungen) ohne Mitarbeiter. - N wurde (neben anderen Auszeichnungen) zum Ehrenbürger der Stadt Trier gewählt und erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Trier. Eine Allee in Trier trägt seinen Namen. Sekundärliteratur: Zur Biographie, Bibliographie und Literatur siehe Bernd Kettern: Nell-Breuning; in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Hamm bzw. Herzberg 1975 ff., 6, 589-603 - (Auswahl): Friedhelm Hengsbach: Ein unbekannter Bekannter, Köln 1990 - Heribert Klein (Hrsg.): Unbeugsam für den Menschen, Freiburg i.Brsg. u.a. 1989 - Anton Losinger: Gerechte Vermögensverteilung. Das Modell Nell-Breunings, Paderborn 1994 - Burkhard Menke SJ: 100 Jahre; in: Canisius Heft 1/1990, 1 ff, im selben Heft weitere Beiträge über N. - *Abbildungen: Zahlreiche Abb. bei Menke --- [Daten übernommen aus: Bernd Kettern, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
GND-Nr. 1051211735
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta0914
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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