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Raderschall, Adolf / 1896-1987

Geburtsdatum06.09.1896 [⇒ 2021 - 125. Geburtstag]
GeburtsortBonn
Sterbedatum16.12.1987
SterbeortAndernach
Berufe/StellungenRichter
FachgebieteRecht
Biogramm Richter. - Nach Schulbesuch 1914 Kriegsfreiwilliger, Fronteinsatz, Leutnant d.R. Anschließend Mitglied eines Freikorps, Baltikumkämpfer. Mehrjährige Tätigkeit bei einer Bank und Studium der Rechtswissenschaften. 1. juristisches Staatsexamen 1926 und 2. 1930. Anschließend Gerichtsassessor und ab 1.04.1933 Amtsgerichtsrat in Wipperfürth. 1935 Versetzung zum Landgericht Trier, dort Landgerichtsrat - R war Mitglied des Stahlhelm, nach dessen Überführung in die SA (1933) Rottenführer der SA, Mitglied des NS-Rechtswahrerbundes und Beauftragter des Gaurechtsamts Rechtsverwaltung für den Landgerichtsbezirk Trier. Einberufung zur Wehrmacht September 1939, zum 1.12.1940 u.k. ( = "unabkömml") gestellt für die Einführung der deutschen Justizverwaltung in dem seit Mai 1940 besetzten Großherzogtum Luxemburg. Unter Beibehaltung seiner Planstelle beim Landgericht Trier zum selben Zeitpunkt Abordnung nach Luxemburg. Dort bis 31.07.1941 Beisitzer des Sondergerichts. 1941 Ernennung zum Landgerichtsdirektor in Trier und (unter Aufrechterhaltung der Abordnung) Vorsitzer des Sondergerichts und Vorsitzender der Strafkammer in Luxemburg. Mitwirkung an zahlreichen Verfahren, die mit Todesurteilen endeten. Zeitweilig war R auch Vertreter des Kommissars für Justizverwaltung in Luxemburg. Im September 1942 zum Beisitzer bei dem aus Anlaß des Generalstreiks gebildeten Standgericht bestimmt, das unter R's Mitwirkung innerhalb v. 10 Tagen 20 Todesurteile verhängte, die umgehend im SS-Sonderlager Konzentrationslager Hinzert vollstreckt wurden. - Im Zusammenhang der Befreiung Luxemburgs kehrte R im September 1944 nach Trier zurück. Nach dem Kriege untergetaucht wurde er 1949 v. luxemburgischen Gerichtshof für Kriegsverbrechen im sogenannte Juristenprozeß wegen seiner Tätigkeit beim Sondergericht in Abwesenheit zu 20 Jahren Zwangsarbeit und 1951 v. selben Gericht im sogenannte Standgerichtsprozeß wiederum in Abwesenheit wegen seiner Tätigkeit als Beisitzer in den Standgerichtsprozessen unter Einbeziehung der früher erkannten Strafe zum Tode verurteilt. Mitte der 50er Jahre wurde er in Kenntnis der gesamten Umstände wieder in den Justizdienst eingestellt, und zwar zuletzt als Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Kaiserslautern. Wegen des inzwischen genommenen Familienwohnsitzes in Düsseldorf beantragte und erhielt er eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Zum Jahresende 1958 wurde er mit "Dank und Anerkennung für die in langjähriger treuer Pflichterfüllung geleisteten Dienste" in den Ruhestand versetzt. - --- [Daten übernommen aus: Joachim Hennig, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Reinhard Bollmus: Trier und der Nationalsozialismus, in: Kurt Düwell, Franz Irsigler (Hg.): Trier in der Neuzeit ( = 2000 Jahre Trier, Bd. 3), Trier 1988, 517-589 (581 f)
  • Justiz im Dritten Reich. NS-Sondergerichtsverfahren in Rheinland-Pfalz, hrsg. v. Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz, Frankfurt a.M. u.a. 1994
  • Wolfgang Hans Stein: V rhein. Richtern. Die Justizjuristen der Landgerichtsbezirke Koblenz und Trier im Nationalsozialismus, in: Justiz im Dritten Reich. Justizverwaltung, Rechtsordnung und Strafvollzug auf dem Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz, hrsg. v. Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz, Frankfurt a.M. u.a. 1995, 195-336
  • Der Spiegel Nr. 6/1965 v. 3.02.1965, 34-37
GND-Nr. 1051212340
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta1001
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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