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Regnier, Johann Theodor / 1810-1859

Geburtsdatum03.03.1810
GeburtsortMüllenbach / Landkreis Cochem-Zell
Sterbedatum06.03.1859
SterbeortTrier
Berufe/StellungenRechtsanwalt
FachgebieteRecht
Werke (Auswahl)Die Verpflichtungen der Civilgemeinden in Ansehung der Pfarrhäuser und der Pfarr-Oekonomiegebäude nach den Grundsätzen der französ. Gesetzgebung, Trier 1844 ; Memoire in Sachen des bischöflich Seminars zu Trier, die Jesuiten- oder Dreifaltigkeitskirche betreffend .., Trier 1856 ; Weitere Veröffentlichungen Regniers in: Kurzbiographien von Mittelrhein und Moselland, Trier 1967-1975, 239
Biogramm Advokatanwalt. - Nach dem Abitur in Trier 1829 studierte R am Bischöflichen Priesterseminar Trier Theologie, wurde aber, in die Seminarunruhen verstrickt, 1831 relegiert. Daraufhin studierte er Jura und ließ sich als Anwalt in Trier nieder. 1835 gewann er als Rechtsvertreter des Generalvikariates nicht zuletzt durch die glänzende Rhetorik seines Plädoyers den Prozeß des Bischöflichen Priesterseminars Trier gegen die evangel. Kirchengemeinde und den preuss. Fiskus um die Rückgabe der Dreifaltigkeitskirche ( = Seminarkirche). 1848 war er mit Friedrich Zell einer der Hauptvertreter der gemäßigt liberalen Richtung in der Stadt. Als Anwalt verteidigte er Karl Grün, vormals Redakteur der Trierische Zeitung und Vertreter der Linken, in dem auf die Revolution 1848/49 folgenden polit. Prozeß. - --- [Daten übernommen aus: Guido Groß, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Er heiratete Barbara Josephine Amlinger, Eltern: Simon R. (Renge), Ackerer u. Schieferbrecher u. Elisabeth Schwarz. - Nach dem Abitur am Gymn. in Trier 1829 Studium der Theologie im Priesterseminar, wo er in die Seminarunruhen verstrickt (Reformversuche), dann 1831 relegiert wurde. Er soll der Chronist der Ereignisse gewesen sein. Daraufhin Studium der Rechte in Bonn 1831/33. Schon 1838 Advokat-Anwalt am Landgericht in Trier. Engagierter Kommunalpolitiker, Mitglied des Stadtrates von 1846/59. Er spielte im Revolutionsjahr 1848 in Trier eine große Rolle. Der überzeugte Katholik blieb den Klerikalen gegenüber distanziert u. gehörte in der Revolution 1848/49 zu den führenden Liberalen um seinen Freund Friedrich Zell. Mit ihm übernahm er am 7.4.48 vorübergehend die Amtsgeschäfte der Stadt. Er trat für das Trierer Konstitutionelle Programm vom 12.4.1848 ein. Trotz seiner oppositionellen Haltung gegenüber der Regierung wurde er vom Oberpräsidenten zum Wahlkomm. für die Maiwahlen 48 (im [Wahlkreis] 2) ernannt. Er genoss auch in der preuß. Hauptstadt Berlin großes Ansehen: Am 24.4.1848 schrieb der zurückgetretene preuß. Justizminister Bornemann einen Brief an Finanzminister Hansemann, worin dieser J.T.R. in Trier als geeigneten Nachfolger im Justizministerium vorschlägt. Durch den Sieg der Demokraten waren ihm parlamentarische Ehren verwehrt. Im Nov. 1848 Mitglied des Bürgerausschusses, der zur Renitenz gegen die Regierung aufrief. Er war bis zum Tod der angesehenste Anwalt in Trier, der aufsehenerregende Prozesse gewann, so am 1.3.1849 für den Landarmenhausseelsorger Gommelshausen gegen den Regierungspräsidenten Selbach. Am 11.6.1856 für das Bischöfliche Priesterseminar gegen den preuß. Fiskus u. die ev. Kirchengemeinde um die Rückgabe der Jesuiten- bzw. Dreifaltigkeitskirche. Er wies die Geschichte der Dreifaltigkeitskirche u. das Eigentumsrecht des [Bischöflichen Priesteseminars] nach. J.T.R. setzte sich damit für die Institution ein, die ihn 1831 von der weiteren kirchl. Karriere ausgeschlossen hatte. Er war auch "Ehrenvorstand" des 1853 gegr. Katholischen Gesellenvereins in Trier. - Nach Kirchenhistoriker F. X. Kraus war J.T.R. "neben dem späteren Bischof Eberhard die glänzendste geistige Potenz, welche Trier im 19. Jh. aufzuweisen hatte. Wäre er Priester geworden, hätte die deutsche Kirche an ihm eine Kraft ersten Ranges u. einen Prediger von wundersamer Beredsamkeit gewonnen". Er starb im Alter von 49 Jahren an einem Herzleiden. - 1854 stiftete er in der neuen Müllenbacher Pfarrkirche eines der Apostelfenster (Judas Thaddäus). --- [Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3 / Verf. dieses Artikels: H-G. Böse / Rolf Peters]
Quellen
  • Heinz-Günther Böse: Köpfe der Revolution von 1848/49 in Trier und im Trierer Raum, in: "Der schlimmste Punkt der Provinz". Demokratische Revolution 1848/49 in Trier und Umgebung, hg. v. Elisabeth Dühr, Trier 1998, 136-216, 191 f.
  • Criminal-Procedur gegen Dr. Grün .., Trier 1851
  • Guido Groß: R, in: Kurzbiographien von Mittelrhein und Moselland, Trier 1967-1975, 239
  • Zur Erinnerung an einen bedeutenden Mann unserer Heimat, in: Hubertusbote Nr.12, Müllenbach 1930
  • Hansen, Rhein. Briefe u. Akten zur Gesch. der polit. Bewegung 1830/50, 2 Bd, 83
  • Kraus, Essays, 2. Samml, Berlin 1901, 378
  • Repgen, Märzbewegung u. Maiwahlen 1848/49 im Rheinland, Bonn 1955, 198/201, 323
  • Herres, Städt. Gesellschaft u. Kathol. Vereine im Rheinland 1840/70, Essen 1996, 188, 269, 282, 350
  • Peters, 140 Jahre Pfarrkirche Müllenbach, Cochem 1995, 114.
GND-Nr. 1051212456
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta1019
Zuletzt bearbeitet:22.11.2010
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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