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Torgau, Wilhelm / 1911-1999

Geburtsdatum15.06.1911 [⇒ 2021 - 110. Geburtstag]
GeburtsortLuxemburg
Sterbedatum14.04.1999
SterbeortTrier
Berufe/StellungenArbeiter
FachgebieteIndustrie. Handwerk
Biogramm Arbeiter. - T zählte seit den zwanziger Jahren zu den führenden Persönlichkeiten der Trierer kommunistischen Bewegung. Nach seiner Lehre beim Reichsbahnausbesserungswerk 1926 bereits als Jugendlicher wegen kommunistischer Aktivitäten entlassen, wurde er Leiter der Jugendorganisation der KPD in Trier. Nach der Machtergreifung 1933 wurde er mehrfach in "Schutzhaft" genommen und im Oktober 1933 in das Konzentrationslager Sonnenberg bei Frankfurt a.d. Oder verbracht, wo er mit dem Friedensnobelpreisträger Karl v. Ossietzki die Zelle teilte. Gemeinsam mit diesem wurde er im Februar 1934 in das Konzentrationslager Esterwegen im oldenburgischen Moor verlegt. Nach der Entlassung nach Trier im März 1934 schloß er sich der kommunistischen Widerstandsgruppe um Anton Faldey und Hans Eiden an. Im April 1936 wurde er wiederum verhaftet und im Dezember 1936 wegen seiner polit. Tätigkeit zu einer siebenjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, die er im Zuchthaus Siegburg verbüßte. Nach dem Krieg war T als öffentl. Ankläger der Entnazifizierungskammer Trier tätig und übernahm nach dem Ausscheiden v. Hans Eiden dessen Amt als Parteivorsitzender der KPD in Trier. Von 1948 bis zum Verbot der KPD 1956 war er zudem Mitglied des Stadtrats Trier. 1968 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Deutsche Kommunistische Partei in Trier - T's besonderes Anliegen galt der Aufklärung der Jugend über die Greuel und Verbrechen des Nationalsozialismus durch zahlreiche Vorträge und aktive Gedenkstättenarbeit, u.a. im Zusammenhang mit dem Konzentrationslager Hinzert. Er war beteiligt, als die Torgau-Familie 1987 unter Beteiligung des Schriftstellers Günther Weisenborn versuchte, mit links orientierten Sozialdemokraten und "Antifaschisten" eine "Karl-Marx-Gesellschaft" mit Buchladen zu gründen. Diese Aktivität blieb kurzlebig, gleichwohl sie als Gegenunternehmen zum SPD-geförderten, wissenschaftl. fundierten "Studienzentrum Karl-Marx-Haus" propagiert wurde, als finanzielle Förderung durch die SED nach der "Wende" 1989 ausblieb. - --- [Daten übernommen aus: Beate Dorfey, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Edgar Christoffel: Der Weg durch die Nacht. Verfolgung und Widerstand im Trierer Land während der Zeit des Nationalsozialismus, Trier 1983, 121-128 und 177-184
  • Willi T 87jährig gestorben, in: Trierischer Volksfreund, Nr.90 v. 19.04.1999, 19
  • Mündl. Auskunft durch Herrn Eberhard Klopp, Trier.
GND-Nr. 1051214564
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta1338
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek


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