Möchten Sie uns biographische Informationen übermitteln?

[Mobile Ansicht anfordern]


Vollanzeige gefundener Personen



Diese Treffer per Mail versenden?



Wiethaus, Julius Heinrich / 1806-1863

Geburtsdatum07.11.1806
GeburtsortDüsseldorf-Hamm
Sterbedatum23.04.1863
SterbeortBernkastel-Kues-Bernkastel
Berufe/StellungenLandrat
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Landrat. - 1826 Abitur in Dortmund, anschließend Studium der Rechtswissenschaften in Bonn. 1828 Zwangsexmatrikulation wegen eines Duells; Fortsetzung des Studiums in Berlin, 1830 ebenfalls Zwangsexmatrikulation wegen Duells, bei dem W seinen Kontrahenten tötete und mit einer einjährigen Festungshaft bestraft wurde. Gerichtsreferendar am Stadt- und Landgericht Hamm. Ablegung des 2. Examens 1832. Wechsel in den Verwaltungsdienst bei der Regierung Arnsberg, dann im Polizeipräsidium Berlin und ab 1839 im Polizeipräsidium Köln. Am 9.12.1842 wurde W zum Zensor der "Rheinischen Zeitung" bestellt, die v. Karl Marx beeinflußt und schließl geleitet wurde. W stand auf der Seite der Liberalen und zensierte sehr tolerant; er übte "eine geschickt verschleierte Passivität". Als er darauf selbst unter die Zensur des Kölner Regierungspräsidenten Karl v. Gerlach gestellt wurde, gab er Ende Januar 1843 diese Tätigkeit auf. Die Kölner Liedertafel brachte dem "Nichtzensor" ein Ständchen, begleitet v. der Kapelle des 28. Infanterieregiments. Karl Marx bezeichnete W als einen "ehrenwerten Mann". W, der inzwischen zum Regierungsrat ernannt worden war, blieb noch in der Regierung in Köln, bis er 1845 die kommissarische Landratsstelle in Wipperfürth antrat (1846 definitive Ernennung). Im Mai 1848 wurde W zum stellvertr. Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung gewählt, der er v. 15.07.1848-17.05.1849 als ordentl. Abgeordneter angehörte. 1849 war W auch Mitglied des preussischen Abgeordnetenhauses und Mitglied der Gothaer Nachversammlung. 1852 wurde er zum kommissarischen Landrat des Kreises Bernkastel ernannt. Bei der folgenden Abstimmung 1852 unterlag er zwar, wurde jedoch nach erbitterten Streitigkeiten mit seinen Gegnern 1856 definitiv zum Landrat in Bernkastel ernannt. Seit seiner Jugend mit gesundheitl. Problemen kämpfend, starb W im Dienst in Bernkastel. - W war ein für seine Vorgesetzten unbequemer, energischer und selbstbewußter Beamter, der v. der Landbevölkerung für sein Engagement geschätzt wurde. - *Heirat: 1839 mit Mathilde Petronella Esser. - --- [Daten übernommen aus: Claudia Schmitt, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Heinrich Billstein: Karl Marx und die "Rheinische Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe", in: Heinrich Billstein/Karl Obermann: Marx in Köln, Köln 1983, 25-89 (68 und 88)
  • Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus 1849-1867, Düsseldorf 1994, 270
  • Landeshauptarchiv Koblenz Abt. 442 Nr. 3593-95, 9675, Abt. 403 Nr. 9801, 9802
  • Brief v. Karl Marx v. 25.01.1843 an Arnold Ruge (abgedruckt: Karl Marx, Friedrich Engels: Werke, Band 1-42, Berlin 1958-1983, 27, 414 f)
  • Werner Löhnertz/Toni Offermann: Julius Heinrich W, Landrat in Bernkastel 1852-1863, in: Jahrbuch des Landkreises Bernkastel-Wittlich, 1985, 310-315
  • Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816-1945, Düsseldorf 1994, 819
  • Kurt Weinhold: Die Geschichte eines Zeitungshauses 1620-1945, Verlag M. DuMont Schauberg Köln, Köln 1969, 108
GND-Nr. 1051215250
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta1438
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
Deutsche National-Bibliothek


Ausgabeformat wechseln

Standardanzeige
Mobilanzeige
Kategorienanzeige
Fliesstext
Mobilanzeige 2

Neue Suche