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Adlon, Lorenz / 1849-1921

Geburtsdatum29.05.1849 [⇒ 2024 - 175. Geburtstag]
GeburtsortMainz
Sterbedatum07.04.1921 [⇒ 2021 - 100. Todestag]
WirkungsorteBerlin
Berufe/StellungenHotelier ; Tischler
FachgebieteIndustrie. Handwerk ; Nachrichtenwesen. Verkehrswesen. Fremdenverkehr, Hotel- und Gaststättengewerbe
Biogramm 1872 schloss er eine Lehre zum Tischler ab; Einstieg ins Gastgewerbe, betrieb seine Zeltwirtschaften auf Schützen- und Turnfesten; 1878 übernahm er den im Mainzer Gartenfeld am Rheinufer gelegenen Raimundigarten; um 1880 Umzug nach Berlin; 1885 Umbau der Zooterassen, Zoologischer Garten Berlin, zu einem Feinschmeckerlokal; 1889 erwirbt er sein erstes Hotel (Mille Colonnes, Amsterdam); 1905 begann er mit Protektion des Kaisers in bester Berlinger Lage mit dem Bau eines Luxushotels; 1907 Eröffnung des Hotel Adlon.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Er war der Sohn eines Schuhmachers und erlernte das Tischlerhandwerk; um 1868 machte er sich selbständig und betrieb Bewirtungsstände auf Schützen-, Sänger- und sonst. Volksfesten. Von 1869-74 war er Pächter des Restaurants im Raimundigarten. 1875 übernahm er eine Restauration mit über 3.000 Sitzplätzen in Berlin, die er schließlich zum weltberühmten "Hotel Adlon" um- und ausbaute. Grab: Berlin.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Mit der Eröffnung des legendären Hotel Adlon in Berlin am 23. Oktober 1907 erfüllte sich Lorenz Adlon nicht nur seinen Lebenstraum, sondern veränderte auch das Gesicht Berlins. Kaiser Wilhelm II., der ehrgeizige Modernisierungsziele für "seine Residenz" verfolgte, unterstützte Adlons Vorhaben massiv, ein Hotel zu bauen, das so groß und so komfortabel sein sollte, dass allein schon die Aussicht, dort wohnen zu können, die prominentesten Gäste nach Berlin lockte. Das Adlon wurde Schauplatz großer Bälle und Diners, rauschender Feste und internationaler Skandale, der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens von Berlin. - Lorenz Adlon wurde 1849 als Sohn eines Schuhmachers in Mainz geboren und begann zunächst eine Ausbildung als Tischler. Erste Erfahrungen in der Gastronomie sammelte er mit Zeltwirtschaften bei Turnfesten, wobei er so gut verdiente, dass er in Mainz ein Restaurant eröffnen konnte. In den 1880er Jahren ging er nach Berlin, wo er das berühmte Restaurant Hiller erwarb, eine Weinhandlung in der Wilhelmstraße unterhielt und 1885 die Zooterrassen im Zoologischen Garten zu einem Feinschmecker-Restaurant ausbaute. 1888 bewarb er sich als Pächter für das Restaurant der Weltausstellung in Amsterdam, ein Jahr später erwarb er sein erstes Hotel in Amsterdam und das Continental in Berlin. Das erwirtschaftete Vermögen aus diesen Betrieben investierte er 1905 in den Bau des Adlon. Dazu kaufte er ein Grundstück in begehrtester Lage, ließ mit Billigung des Kaisers das denkmalgeschützte Palais Redern abreißen und in Zusammenarbeit mit berühmten Architekten, Künstlern und Kunsthandwerkern ein für die damalige Zeit außerordentlich modernes, als architektonischer Kontrapunkt zum Stadtschloss konzipiertes Luxushotel bauen. Europas Könige, der Zar, Politiker und Diplomaten, Einstein, Furtwängler und Karajan waren ebenso Gäste wie Charlie Chaplin und Marlene Dietrich, die hier entdeckt wurde. - 1921 starb Lorenz Adlon in Berlin durch einen Verkehrsunfall. Die Leitung des Hotels übernahm sein Sohn Louis. 1936 wurde das Haus offizielles Hotel der Olympischen Spiele. Vom Krieg war wenig zu spüren im Hotel, die Prominenz des NS-Staates gab sich hier weiterhin ihr Stelldichein. - Im April 1945 wurde im Adlon ein Lazarett eingerichtet, das in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai bis auf einen Seitenflügel nieder brannte. Dieser wurde auch in der DDR als HO-Hotel genutzt und 1964 nochmals renoviert, in den 70er Jahren allerdings zu einem Lehrlingswohnheim umgewandelt. 1984 wurde auch dieser letzte Teil des ursprünglichen Hauses abgerissen, um dem geplanten Neubau eines Wohnkomplexes Platz zu machen. Für den Fall, dass jemals die Möglichkeit bestünde, das Hotel an historischer Stelle wieder zu errichten, hatte die Witwe von Louis Adlon das Ankaufsrecht der Kempinski Hotelgruppe übertragen. Nach dem Fall der Mauer wurde die Umsetzung dieser Vision möglich: am 23. August 1997 eröffnete das neue Hotel Adlon-Kempinski an alter Stelle, am Pariser Platz/Ecke Unter den Linden. --- [Biographie übernommen aus: Rheinland-Pfälzer in Berlin : Frauen und Männer aus unserem Land und ihre Wirkungsstätten in Berlin / [Texte: Anna Köbberling ... ]. 5., erw. Aufl. Berlin : Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund der Europäischen Union, 2011]
Quellen
  • Rhein-Zeitung, Ausg. CA. - (2006), vom 31.11., Beilage
  • Huber, Wilhelm: Das Mainz-Lexikon. - Mainz : Schmidt, 2002.- ISBN 3-87439-600-2. -
GND-Nr. 116008571
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk02149
Zuletzt bearbeitet:11.10.2011
Weitere Informationen:
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über: Adlon, Lorenz / 1849-1921
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