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Selzner, Nikolaus / 1899-1944

Geburtsdatum20.02.1899
GeburtsortMoyeuvre-Grande
Sterbedatum21.06.1944
SterbeortKaiserslautern
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Herkunft: Sohn eines Bergmanns. - Familienstand: verheiratet, 1 Kind. - Religion: katholisch, 1938 gottgläubig. - Ausbildung: Volksschule in Groß-Moyeuvre, Seminarübungsschule am Kaiserlichen Lehrerseminar in Metz, 1913-1916 Schlosserlehre, 1916 Gesellenprüfung. - Beruf: 1914 Hilfsdienst als Maschinist der Fortifikation Metz-West, 29.7.1914-Juli 1915 Verwendung im Operationsgebiet Metz im Ordonnanzdienst, Juni 1917-Nov. 1918 Schütze in der Ersatz-MG-Kompanie Brieg, in der Facharbeiterbatterie Luckenwalde, Flugzeugschlosser bei der Luftverkehrsgesellschaft Berlin-Johannisthal, Herbst 1918 bei der Ersatz-MG-Kompanie des X. Armeekorps, Feldtransport Infanterie-Regiment 42, Nov. 1918 in Metz von den Franzosen gefangengenommen, aber noch am gleichen Tag entflohen, danach untergetaucht; Frühjahr 1919 Übersiedlung nach Bayern, zunächst in der Waffenmeisterei des 2. Bayerischen Ulanen-Regiments in Ansbach tätig, nach Auflösung des Regiments bei verschiedenen Firmen als Schlosser, Techniker und technischer Betriebsassistent; Okt. 1924 Übersiedlung von Ansbach nach Worms, dort vorübergehend als Techniker bei einer Installationsfirma tätig, 1925/26 Handlungsreisender, vorübergehend in Berlin wohnhaft; Sept. 1927-Sept. 1931 Stadtverordneter (Fraktionsführer der NSDAP) in Worms; 1929 Mitglied des Provinziallandtags Rheinhessen; April 1931 Umzug nach Ludwigshafen, Betriebsschlosser bei der BASF; Juli 1932-21.06.1944 MdR, Wahlkreis 27 (Pfalz); 1.9.1935 Mitglied der Reichsarbeitskammer; 1936 Vizepräsident des Internationalen Zentralbüros "Freude und Arbeit" (Berlin), Sprecher des Reichsarbeits- und -wirtschaftsrats und der Reichsarbeitskammer; April 1938-März 1940 Leiter der Abteilung V (NSBO, DAF) beim Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich; 30.9.1941-21.06.1944 Generalkommissar des Generalbezirks Dnjepropetrowsk (Ukraine), nach sowjetischen Angaben für die Ermordung von 17.000 Juden Ende 1941 verantwortlich. NSDAP: 1909 Großdeutsche Jugendbewegung, 1909-1917 beim Pfadfinderkorps in Metz, zuletzt als Kompanieführer der 2. Feldkompanie; 7.12.1925 Eintritt in die NSDAP (Nr. 24137); 1925-1929 Mitglied der SA, bis 1927 Führer der SA in Worms; ab März 1927 Redakteur der Wochenzeitschrift "Die Faust", Kampfblatt der NSDAP (Worms), [[Anm.: Wegen der darin betriebenen antisemitischen Hetze waren gegen Selzner bis zum Dezember 1927 bereits 15 Beleidigungsklagen eingegangen, er war in drei Prozessen jeweils zu höheren Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt worden (Eberhart Schön: Die Entstehung des Nationalsozialismus in Hessen, Meisenheim 1972, S. 85)]] am 11.11.1927 vorübergehend von der NSDAP-Reichsleitung für Parteigenossen als "Privatunternehmen der Firma Selzner" verboten; 1927 zum Bezirksleiter von Worms ernannt, aber schon am 11.11.1927 von der Reichsleitung wieder des Postens enthoben, dann bis 1929 Verwalter der SA-Stürme 58 (Worms) und 59 (Oppenheim) und Adjutant der SA-Standarte VI (Darmstadt); 15.2.1928 Ausschluss aus der NSDAP durch den hessischen Gauleiter Ringshausen, nachdem Selzner in einer Denkschrift vom 11.2.1928 die Abtrennung Rheinhessens vom Gau Hessen gefordert hat; von der Reichsleitung nach heftigen Protesten aus Rheinhessen am 21.3.1928 rückgängig gemacht; 1928 Ausscheiden Selzners als verantwortlicher Redakteur der "Faust" (Nachfolger Hans Dietrich); seit 1929 Reichsredner, Versammlungsredner im Raum Ludwigshafen; 20.11.1930-Sept. 1931 Bezirksleiter und Ortsgruppenleiter der NSDAP in Ludwigshafen; 9.9.1931-1933 Gauorganisationsleiter der Gauleitung Rheinpfalz der NSDAP; 1.10.1931-1933 Gaubetriebszellenleiter und Gauobmann der NSBO im Gau Rheinpfalz ("als Gauleiter der NSBO in der Rheinpfalz stellte er vor der Machtergreifung die größte und mustergültigste Betriebszellenorganisation der Partei in Deutschland auf die Beine"), [[Anm.: Bundesarchiv Best. PK/L 227 Selzner]] Zellenleiter der NSDAP in Haardt; 20.2.-1.4.1932 Redeverbot in Bayern; [[Anm.: Das Redeverbot wurde von der Regierung der Pfalz verhängt, nachdem Selzner in einer öffentlichen Versammlung in Kaiserslautern am 14.2.1932 angekündigt hatte: "In der Bartholomäusnacht des deutschen Volkes werden Hälse abgeschnitten werden" (Bayerisches Hauptstaatsarchiv Best. MInn Nr. 81618, Bl. 403)]]. 1932-1933 Adjutant des Gauleiters Bürckel; 6.10.1933-1936 stellvertretender Reichsobmann der NSBO und stellvertretender Leiter des Hauptamts NSBO; 6.10.1933-21.06.1944 Reichsorganisationswalter und Leiter des Organisationsamts der DAF; 27.11.1933-21.06.1944 Leiter des Organisationsamts der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude"; 30.3.-Nov. 1934 Leiter des Organisationsamts der PO der NSDAP (seit 1.6.1934 im hauptamtlichen Parteidienst), Nov. 1934 û(9.3.1943?) Leiter des Hauptorganisationsamts in der Reichsorganisationsleitung der NSDAP, Leiter des Arbeitsgebiets "Hebung des Lebensstandards" der DAF, Leiter des Hauptarbeitsgebiets 3 der DAF, Leiter der Hauptarbeitsgebiete 6 ("Sicherung des sozialen Friedens") und 7 ("Hebung des Lebensstandards") des Zentralbüros der DAF; 1935 Beauftragter für die Durchführung der Leipziger Vereinbarung; [[Anm.: Die Leipziger Vereinbarung vom 21.3.1935 zwischen Ley (Reichsleiter der DAF), Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht und Reichsarbeitsminister Franz Seldte sollte die Zuständigkeiten zwischen der DAF und den Ministerien regeln]] 1936 kommissarischer Reichsobmann der NSBO und Reichshauptamtsleiter des Hauptamts NSBO; 2.12.1936 Eintritt in die Allgemeine SS (Nr. 277988) als SS-Mann, 2.12.1936 SS-Oberführer; 13.4.1938-März 1940 Bevollmächtigter des Reichsorganisationsleiters und Reichsleiters der DAF Robert Ley in Österreich; Okt. 1938-31.3.1939 gemeinsam mit Hubert Birke und Theo Hupfauer mit dem Aufbau der DAF im Sudetengau beauftragt; Reichsamtsleiter im Amt Ordensburgen; 28.5.1942 SS-Brigadeführer (mit Patent vom 20.4.1942). - Tod: starb angeblich an Fischvergiftung. [[Anm.: Kaiserslautern wurde als Sterbeort angegeben von Phil Nix im Axis History Forum unter dem 5.8.2003. Die dort ebenfalls und auch bei Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004, S. 2004 (S. 613) erscheinende Angabe von Dnjepropetrowsk als Sterbeort Selzners dürfte nicht zutreffen, da diese Stadt schon im Oktober 1943 von der deutschen Wehrmacht geräumt werden musste]]. --- [Daten übernommen aus: Maier, Franz: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz [u.a.] : Verlag v. Hase & Koehler, 2007. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz; 28)]
Quellen
  • Bundesarchiv Best. PK/L 227 Selzner, OPG/I 108 Selzner, Best. NS 22 Nr. 270. - Landesarchiv Speyer Best. H 91 Nr. 6962. - Staatsarchiv Darmstadt Best. G 12 A.
  • Bonk, Sebastian / Bönnen, Gerold / Schäfer, Philip / Schäfer, Ulrike: Auf den Spuren des Nationalsozialismus in Worms, Worms 2005. - Heinz, Hans-Joachim: NSDAP und Verwaltung in der Pfalz. Allgemeine innere Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung im Spannungsfeld nationalsozialistischer Herrschaftspraxis 1933-1939. Ein Beitrag zur zeitgeschichtlichen Landeskunde, Mainz 1994. - Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945?, Frankfurt am Main 2003. - Lilla, Joachim (Bearb.): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924, Düsseldorf 2004. - Reuter, Fritz (Hrsg.): Worms 1933. Zeitzeugnisse und Zeitzeugen. Mit den "Erinnerungen" von Oberbürgermeister Wilhelm Rahn, Worms 1995 (= Der Wormsgau, Beiheft 33). - Schepua, Michael: "Sozialismus der Tat" für das "Bollwerk im Westen". Entwicklung und Besonderheiten des Nationalsozialismus in der Pfalz, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25, 1999, S. 551-601. - Starcke, Gerhard: NSBO. und Deutsche Arbeitsfront, Berlin 1934. -
Quellen (WWW)
GND-Nr. 1051216850
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pkc0279
Zuletzt bearbeitet:30.06.2009
Weitere Informationen:
Gemeinsame Normdatei
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