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Pigage, Nicolas de / 1723-1796
Geburtsdatum02.08.1723 [⇒ 2023 - 300. Geburtstag]
GeburtsortLunéville
Sterbedatum30.07.1796
SterbeortSchwetzingen
WirkungsorteMannheim ; Schwetzingen ; Heidelberg ; Benrath ; Frankfurt am Main ; Ludwigshafen-Oggersheim
Berufe/ StellungenGartenarchitekt ; Architekt
FachgebieteArchitektur. Bautechnik ; Kunst. Kunstgeschichte
Beziehungen (Link)Friedrich Michael / Zweibrücken-Birkenfeld, Pfalzgraf; StanisÅéaw / I. / Polen, König / 1677-1766; Verschaffelt, Peter Anton von / 1710-1793;
BeziehungenKarl Theodor / Pfalz, Kurfürst; Mansart, Jules-Hardouin; Boffrand, Germain; Galli Bibinea, Francesco da; Héré, Emmanuel; Pozzi, Giuseppe;
Werke (Auswahl)Schwetzinger Schloss: Orangerie, Rokokotheater, Zirkel, Garten mit Attraktionen wie Badhaus, Moschee, Kunstruine, Apollotempel, Ende der Welt, 1757-1762 ; Mannheimer Schloss: Bibliothek, Marstall, Ausschmückung der Schlosskirche, 1751-1771 ; Oggersheimer Schloss ; Mannheim: eigenes Wohnhaus ; Frankenthal: Stadttor, 1773 ; Heidelberg: Karlstor, 1773-1784 ; Benrather Schloss, 1780 ff. ; Frankfurt am Main: Schweitzersches Palais, 1788 ; Pigage, Nicolas de: La galérie electorale de Düsseldorff ou catalogue raisoné et figuré de ses tableau ... - Mannheim, 1778
Biogramm Geboren als Sohn des Steinmetzen, Bauunternehmers und Architekten und Hofbaumeisters Anselm de Pigage und seiner Frau Anne-Margerite Matthieu aus einer Hofgoldschmiedfamilie wächst er im Umfeld von Garten und Bau der Residenzen Nancy und Lunéville und der dort tätigen Architekten des lothringischen Herzog Stanislaw Leszczinskis Mansart, Boffrand und Bibiena auf; besonderen Einfluß hat Héré, der den Garten des Schlosses in Nancy verantwortet; ab 1743 lernt er die Ingenieursbaukunst an der Ecole Militaire in Paris kennen; 1744 bis 1746 studiert er an der Académie Royale d'Architecture bei Charles Etienne Louis Camus; mit Dekret vom 10.02.1749 bestellt ihn Kurfürst Karl Theodor zum "Intendanten der Gärthen und Wasserkünste"; er organisiert Umbau und Erweiterung des Oggersheimer Schlosses für Pfalzgraf Friedrich Michael; ab 1751 bringt er 20 Jahre mit der Vollendung des größten deutschen Barockschlosses in Mannheim zu, schmückt die Schlosskirche aus und baut als deren architektonisches Pendant 1755 die Bibliothek mit Lesesaal, daneben Ostflügel und Marstall; in Schwetzingen nimmt er erste Planungen von Alessandro da Galli Babiena auf, strukturiert sie gründlich um und baut so die ehemalige Wasserburg um. Er erweitert das Corpus zum Schwetzinger Zirkel, baut Orangerie, Theater, Badehaus und die rokokotypischen Attraktionen wie Römisches Wasserkastell, Moschee, Tempel der Botanik und diverse Wasserspiele; für den Innenschmuck steht ihm hier wie bei so vielen anderen seiner Projekte der schweizer Hofstukkateur Giuseppe Pozzi mit dessen Familie zur Seite; das ehemalige Rokokotheater baut er später vom Rokokostil Louis XV. zum Stile Louis XVI. um; er vollzieht den Wandel vom spätbarocken Garten zum englischen Landschaftsgarten, ohne auf Symmetrie und Regelmäßigkeit zu verzichten; seit 1755 baut er das Schloß Benrath südlich Düsseldorf zur Sommerresidenz aus und im Stile Louis XVI. um; es wird berichtet, dies sei der beste Bau der Übergangszeit zwischen Barock und Klassizismus in Deutschland; 1773 errichte er das Stadttor in Frankenthal, ab demselben Jahr bis 1784 das prunkvollere Karlstor in Heidelberg. 1788 baut er das beste Beispiel eines klassizistischen Wohnhauses in Frankfurt am Main, das Schweitzersche Haus; der erfolgreiche Kunstsammler beschreibt auch die Gemäldesammlung des Kurfürsten; mit Familiensinn bringt er Vater Anselm und Bruder Louis in Benrath als Schlossverwalter und Burgvogt unter; von seinen vielgetadelten Baukostenüberschreitungen berichtet C.T. von Traitteur, wie auch von diversen Zwistigkeiten mit Kollegen, während der Zweibrücker Hofmaler Mannlich ein freundlicheres Bild von seinen späteren Jahren entwirft; seit 1752 Oberbaurat wird er 1756 zum Hofkammerrat, 1762 zum Gartendirektor ernannt; 1767/1768 nimmt er auf einer Italienreise vielseitige Eindrücke auf, die im Schwetzinger Schlosspark antike Gestalt finden; er empfängt die Mitgliedschaft der Accademie di S. Luca in Rom wie schon 1763 die der Pariser Académie Royale d'Architecture; seine Bildersammlung erwirbt Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken für sein Schloss auf dem Karlsberg; seine Andenken bewahren auch die Porträts von Anna Dorothea Lisiewska findet man in Museen in Heidelberg und Düsseldorf, eines davon en miniature in der Wikipedia.
Weitere Informationen
GND-Nr. 118854704
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/ps03333
Zuletzt bearbeitet:18.03.2010

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