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[Bild: Trierer Porträtdatenbank]
Weißebach, Peter Franz / 1860-1919
Geburtsdatum18.07.1860
GeburtsortTrier
Sterbedatum10.11.1919
SterbeortTrier
Berufe/ StellungenKaufmann
FachgebieteHandel. Dienstleistung
Biogramm Kaufmann, Privatier. - W, Junggeselle, galt schon zu Lebzeiten als schalkhafter Kautz. Ein ererbtes Weingut in Kanzem (Saar) gab ihm die Möglichkeit, sich früh zur Ruhe zu setzen. Er hinterließ ein Testament, in dem er die Stadt Trier zum Erben seines Vermögens eingesetzt hatte, doch zugleich der Stadtverordnetenversammlung eine "dicke Nuß" vermachte: Die Annahme der Erbschaft war mit der Bedingung verbunden, die Mittel für den Bau einer "Leichenverbrennungsstätte" auf dem städtisch. Hauptfriedhof zu verwenden, allerdings mit dem Zusatz, daß das Vermögen zur Anlage eines Volksgartens dienen solle, falls die Stadtverordnetenversammlung in fünf jährl aufeinanderfolgenden Sitzungen die Verwendung des Erbes für ein Krematorium "definitiv ablehnt". Da ihm die ablehnende Haltung der Bevölkerung gegenüber Feuerbestattungen bekannt war, konnte er sich des verlangten Verfahrens in der Stadtverordnetenversammlung sicher sein. So fand 1926-1930 fünfmal jährl die (inzwischen "Krematoriumsdebatte" genannte) Beschlußfassung in der Stadtverordnetenversammlung mit der jeweiligen Ablehnung eines Krematoriumsbaus statt. Nachdem letztmalig der Beschluß gefaßt worden war, wurde 1936-1940 der Volksgarten angelegt - Im übrigen hatte W im Testament für sich selbst eine würdige Erdbestattung gewünscht und Geld zur Pflege seiner Grabstätte festgelegt. Zur Erbschaft gehörten auch drei Fuder 1921er Wein, der ob seiner Güte einen beträchtl. Wert darstellte und wegen des "Zusammenhangs" in der Bevölkerung "Krematoriumswein" genannt wurde. - Zum Dank und Gedenken widmete die Stadt W ein Ehrengrab und ließ eine Gedenktafel mit dem Antlitz W's im Volksgarten anbringen (ein Werk des Bildhauers Professor Paul Siegert). Eine Flasche des "Krematoriumsweines" wurde hinter der Gedenktafel eingemauert. - 1988 stiftete die Prinzengarde der Stadt Trier e.V. den Franz-Weißebach-Preis, der jährl an Persönlichkeiten für bewiesenen Humor, hintergründigen Witz und Lokalkolorit, dotiert für einen gemeinnützigen Zweck, vergeben wird. - --- [Daten übernommen aus: Rudolf M. Gall, in: Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Rudolf M. Gall: Der Trierer Stifter Franz W, in: Neues Trierisches Jahrbuch, 1961 ff, 1989, 87- 91
Weitere Informationen
GND-Nr. 1036387380
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pta1415
Zuletzt bearbeitet:11.07.2006

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