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Stumpfarm / 1886-1923
Andere NamensformenMayer, Johann [Wirkl. Name]
Geburtsdatum02.04.1886
GeburtsortUersfeld
Sterbedatum29.12.1923 [⇒ 2023 - 100. Todestag]
SterbeortKöln
WirkungsorteVoreifel
Berufe/ StellungenKrimineller ; Räuber
FachgebieteRecht ; Politiker und historische Persönlichkeiten
Biogramm Aufgewachsen in Boos mit zumindest zeitweisem Schulbesuch; Arbeit in einem Steinbruch, wo er seinen linken Unterarm verlor; danach Tagelöhner bei verschiedenen Landwirten in der Region; ab etwa 1916 lebte er ausschließlich vom Wildern und von Diebstählen bzw. Raub; in den Folgejahren ermordete Mayer nahezu alle seine Freunde, möglicherweise weil diese Zeugen seiner Taten waren; Fremde hingegen ließ er unbehelligt; 1922 wurde er in der Nähe von Kaisersesch gefasst und nach Koblenz gebracht; 1923 Todesurteil und Hinrichtung durch das Fallbeil.
Alternatives o. ergänzendes Biogramm J.W.M. war wohl der bekannteste Mörder im Gebiet der Vordereifel; den Namen hatte er wegen des Fehlens des linken Unterarmes. Er hatte u.a. in Weiler, Beuren, Laubach, Masburg u. Eulgem als Knecht gearbeitet und war deshalb in den Dörfern bekannt, ebenso wie er die Gegend genau kannte. Etwa 1916 kam er mit den Strafgesetz in Konflikt, trieb sich deshalb in den Wäldern herum und ernährte sich von Wildfang und Diebereien; daher war er bereits vorbestraft wegen Jagdvergehen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch, öffentlicher Beteiligung an Diebstahl. St. mordete nicht wahllos, er beseitigte die Mitwisser seiner Untaten, seine "Freunde" und Kumpane, sowie die Frauen, zu denen er ein Verhältnis hatte. Bei seinen Morden ging er mit äußerst gemeiner Hinterlist u. erschreckender Rohheit vor, so trennte er Körperteile ab und legte sie zu den Körpern der anderen Opfer, unter ihnen waren: Maria Falk aus Masburg, Nikolaus Schüler aus Kalenborn, Lorenz Reuter aus Masburg, Katharina Forst fand man im Wald bei Illerich. St. wurde seit 9.7.1919 steckbrieflich gesucht u. am 19.8.1919 in der Nähe von Eulgem gefasst. In einem Indizienprozess, er selbst hatte die Morde nie zugegeben, wurde er am 7.2.1923 vor dem Schwurgericht Koblenz wegen vierfachen Mordes und einem Todschlag zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte am 29.12.1923 im Kölner Gefängnis "Klingelpütz" durch die Guillotine. --- [Daten übernommen aus: Friderichs, Alfons / 1938-2021 [Hrsg.]: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell. Trier, Kliomedia : 2004. ISBN 3-89890-084-3]
Quellen
  • Michels, Der Massenmörder Stumpfarm, in: Heimat : Beilage der Rhein-Zeitung für Schule u. Elternhaus v. Juni 1982, S. 8
  • ders. Stumpfarm, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 1987, S. 150/2
  • Bürger, Henker, Schinder u. Ganoven. Helios-Verlag, Aachen 1997
  • Schumacher, Diebe, Räuber u. Mörder im Eifel-Mosel-Hunsrück-Raum, in: Heimatjahrbuch des Kreises Cochem Zell, 1999, S. 53/8 u. 2009, S. 177/81
  • Müller, Helmut: Der Stumpfarm : ein Wilderer, Streuner und Mörder ; aus dem Leben des Eifeler Schinderhannes. Plaidt: Cardamina-Verl. Breuel, 2008 . - 80 S. : Ill., Kt.
Quellen (WWW)
Weitere Informationen
GND-Nr. 140285660
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pk04054
Zuletzt bearbeitet:17.03.2010

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