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[Bild: Wikipedia]
Perscheid, Nicola / 1864-1930
Geburtsdatum03.12.1864
GeburtsortKoblenz-Moselweiß
Sterbedatum12.05.1930
SterbeortBerlin
WirkungsorteGörlitz ; Leipzig ; Berlin
Berufe/ StellungenFotograf
FachgebieteFotografie
Werke (Auswahl)Nicola Perscheid, Arthur Benda, Madame d'Ora, 1980
Biogramm Ab 1879 Photographenlehre im Koblenzer Atelier Reuss und Möller; lernte als Geselle auf Wanderschaft in Österreich, Frankreich, der Schweiz und in Deutschland viele Ateliers und Arbeitsmethoden kennen; eröffnete 1891 ein eigenes Atelier in Görlitz; 1892 in Leipzig als "Königlicher Hofphotograph" tätig; richtete sich 1905 ein Atelier in Berlin ein
Alternatives o. ergänzendes Biogramm Nicola Perscheid war tatsächlich der erste Prominentenfotograf Deutschlands. In seinem luxuriös eingerichteten Atelier in der Bellevuestraße 6a empfing er alle hochgestellten und bedeutenden Persönlichkeiten des späten Kaiserreiches und der Weimarer Republik bis zum Aufstieg der Nationalsozialisten. Perscheid war Portrait-Spezialist, seine Aufnahmen von Berühmtheiten wie General Hindenburg, Reichskanzler Gustav Stresemann, dem Maler Max Liebermann, den Päpsten Pius XI und Benedikt XV und vielen anderen sind nicht nur historisch wertvoll, sondern auch in ihrem fotografischen Können überzeugend. Geboren wurde Nicolas Perscheid, wie er ursprünglich hieß, in Moselweiß bei Koblenz. Seine Familie, Weinbauern mit spanisch-portugiesischen Vorfahren, nahm den Namen des Ortes an, in dem sie sich angesiedelt hatte: das Dorf Perscheid, linksrheinisch zwischen Oberwesel und Bacharach. Zunächst wollte er Maler werden, kam aber im September 1879 als Lehrling zu den Koblenzer Photographen Reuß und Müller. Deren Firma war auf das "Soldatengeschäft" spezialisiert. Sie fertigte die beliebte Carte de Visite an, postkartengroße Portraits der um Koblenz stationierten Armeeangehörigen, welche die an ihre Lieben daheim schickten. Perscheid stellte sich geschickt an, die Lehrherren erließen ihm ein halbes Jahr Lehrzeit. Es folgten Lehr- und Wanderjahre in Saarbrücken, Trier, Colmar, der Schweiz, Nizza, Dresden, Wien, Budapest, Danzig, Meran, Klagenfurt. Sein erstes Atelier eröffnete Perscheid 1891 in Görlitz - mittlerweile nannte er sich Nicola - und wurde bald vom König von Sachsen zum "Königlich-Sächsischen Hof-Photographen" ernannt. Hier wie in Leipzig, wohin er 1894 übersiedelte, war er bereits bekannt als Portrait-Fotograf, der vor allem durch die Ausleuchtung und später mit einer von ihm entwickelten Linse Tiefe in die Darstellungen brachte. Um die Jahrhundertwende beteiligte sich Perscheid an verschiedenen Ausstellungen und gewann unter anderem den Ehrenpreis der deutschen Kaiserin. 1905 dann eröffnete der Fotograf sein Atelier in Berlin. Er zielte mit seinen hochwertigen und somit teuren Aufnahmen völlig auf die vermögende Kundschaft. Es gelang ihm, dass es für viele Jahre zum guten Ton gehörte, sich von Perscheid portraitieren zu lassen. Doch in den Krisenjahren der zweiten Hälfte der 20iger Jahre saß auch den Reichen das Geld nicht mehr locker. Die enorme Miete von mehr als 1200 Reichsmarkt für das großzügige Atelier mit Wohnung in zentraler Lage konnte Perscheid kaum noch aufbringen. Von einem Schlaganfall 1929 erholte er sich nur teilweise. Im Frühjahr 1930 wurde er erneut in die Charité eingewiesen. Während seiner letzten 14 Lebenstage musste seine Frau das Atelier auflösen, um die Schulden zu bezahlen. Perscheids Schaffen wurde in alle Winde zerstreut. Heute sammelt und pflegt das Landesmuseum Koblenz das Werk dieses einzigartigen Fotografen. --- [Biographie übernommen aus: Rheinland-Pfälzer in Berlin : Frauen und Männer aus unserem Land und ihre Wirkungsstätten in Berlin / [Texte: Anna Köbberling ... ]. 5., erw. Aufl. Berlin : Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund der Europäischen Union, 2011]
Quellen
  • Stadtarchiv Koblenz
  • Rhein-Zeitung, Ausg. BK. - (2003), 86 vom 11.04.
Quellen (WWW)
Weitere Informationen
GND-Nr. 118592807
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pka0690
Zuletzt bearbeitet:06.01.2014

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