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Rautenstrauch, Wilhelm / 1862-1947
Geburtsdatum22.12.1862
GeburtsortTrier
Sterbedatum04.05.1947 [⇒ 2022 - 75. Todestag]
SterbeortTrier
WirkungsorteKoblenz
Berufe/ StellungenAbgeordneter ; Kaufmann
FachgebietePolitiker und historische Persönlichkeiten ; Handel. Dienstleistung
Biogramm
  • Mitglied der Beratenden Landesversammlung
  • Partei: Liberale Partei
  • Ausbildung, beruflicher und persönlicher Werdegang: Kaufmann, Leitung des väterlichen Handelshauses für Lederhäute in Trier, 1900 Mitbegründer eines Walzwerks (Trier-Kürenz)
  • Politische und gesellschaftliche Funktionen: 1895-1933 Mitglied der Liberalen in der Stadtverordnetenversammlung Trier
  • Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei bzw. der Staatspartei Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei in Trier
  • 1914-1933 Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Trier
  • Mitbegründer und Vorsitzender der Liberalen Partei im Regierungsbezirk Trier, erster Landesparteivorsitzender
  • 1946-1947 Mitglied des Stadtrats Trier
  • 1947 Vorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz
  • 1883 Mitbegründer eines Kunst- und Gewerbevereins in Trier, 1883 Vorsitzender des Rudervereins Trier, Gründer der Schule für Kunst und Handwerk in Trier, Belgischer Honorarkonsul in Trier
  • Mitgliedschaft im Landtag, Gremientätigkeit: Mitglied der Beratenden Landesversammlung
  • Beratende Landesversammlung: Alterspräsident
  • Ehrungen: Kommerzienrat, Benennung einer Straße in Trier.- --- [Daten übernommen aus "Die Stellvertreter des freien Volkes. Die Abgeordneten der Beratenden Landesversammlung und des Landtags Rheinland-Pfalz von 1946 bis 2015", Mainz 2016 (Red.schluss 01.12.2015)]
Alternatives o. ergänzendes Biogramm R übernahm das von seinem Vater Johann Wilhelm Friedrich R 1821 gegründete Handelshaus für Lederhäute, das in seiner Bedeutung schließlich ähnlichen Firmen des Kontinents ebenbürtig war. In Köln wurde eine Filiale gegründet. In Trier war er 1900 Mitbegründer des Walzwerkes (Trier-Kürenz). 1914-1933 war R Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Trier. Mit dem Niedergang der Wirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg setzte auch der wirtschaftliche Niedergang des Hauses Rautenstrauch ein; 1920 erfolgte die Liquidation der Firma in Köln und 1933 die des Handelshauses in Trier. - R hatte weit über seine berufliche Tätigkeit erheblichen Einfluß auf das Leben der Stadt. 1883 trat er als Mitgründer eines Kunst- und Gewerbevereins in Trier auf und wurde im selben Jahr erster Vorsitzender des 1883 gegründeten Rudervereins in Trier. 1889 organisierte er die Kunst- und Gewerbeausstellung in Trier. Er war zudem Gründer und Förderer der Trierer Schule für Kunst und Handwerk. Schließlich war er ein Förderer des Sports, so Vorsitzender mehrerer Sportvereine und des Stadtverbandes für Leibesübungen. - 1895 wurde R für die Liberalen in die Trierer Stadtverordnetenversammlung gewählt, der er bis 1933 angehörte. Bei den Wahlen 1903 zum Reichstag errang er 24, 2 Prozent der Stimmen in der Stadt. Er sorgte auch für die Festigung der organisatorischen Grundlage der Liberalen. Als sich Ende 1918 zwei liberale Parteien gründeten, schloß er sich der betont republikanisch geprägten Deutschen Demokratischen Partei ( = DDP) an und war ihr Vorsitzender in Trier. Bei der Kommunalwahl 1930 erhielt er als Kandidat der Nachfolgepartei der DDP, der "Staatspartei", erneut ein Mandat. l933 zog sich R aus dem politischen Leben zurück. 1945 wurde R wieder politisch tätig, indem er zusammen mit Peter Wolf die LPD ( = Liberaldemokratische Partei Deutschlands) für den Regierungsbezirk Trier gründete, deren Vorsitzender er wurde. 1946/47 gehörte er dem Trierer Stadtrat an. Er wurde Mitglied der Beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz und war deren Alterspräsident. Als 1947 die FDP als liberale Partei im Lande Rheinland-Pfalz gegründet wurde, wählte man ihn zum ersten Landesvorsitzenden. Er war zudem belgischer Honorarkonsul in Trier. - R wurde durch die Verleihung des Titels Kommerzienrat geehrt; außerdem benannte die Stadt Trier 1958 eine Straße mit seinem Namen. - *Heirat: 1895 mit Cécile Bracht. - --- [Daten übernommen aus: Jürgen Potratz, in: Monz, Heinz / 1929-2012 (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon. - Trier : Wissenschaftlicher Verlag, 2000. - ISBN 3-88476-400-4]
Quellen
  • Hexemer, Hans-Peter (Red.): 60 Jahre Parlament in Rheinland-Pfalz, Mainz 2007, S. 95
  • Monz, Heinz (Hrsg.): Trierer Biographisches Lexikon, Trier 2000, S. 355 f.
  • Potratz, Jürgen (Hg.): Rautenstrauch-Jahrbuch 1997. Jahrbuch zur Geschichte des Liberalismus in der Region Trier, Trier 1997
  • Dieter Ahrens: Erwerben und Sammeln. Plan oder Zufall?, in: Gisela Sauer: Erwerben-Erhalten-Erforschen-Erläutern-Erbauen, Trier 1997, 9-51 (16)
  • Gottfried Kentenich: Geschichte der Stadt Trier von ihrer Gründung bis zur Gegenwart, Trier 1915, 774
  • Adolf Mitter: Ein Leben für das Wohl der Stadt. Wilhelm R 80 Jahre alt, in: Trierische Landeszeitung, Nr.300 v. 22.12.1942
  • Heinrich Weitz: Wilhelm R 70 Jahre alt, in: Trierischer Volksfreund, Nr.296 v. 23.12.1932
  • Emil Zenz: Die Reichstagsabgeordneten des Stadt- und Landkreises Trier im Norddeutschen Bund und im Kaiserreich (1867-1918), in: Kurtrierisches Jahrbuch, 1961 ff, 1980, 164-191 (184 f).
  • *Abbildungen: bei Mitter und Potratz
Weitere Informationen
GND-Nr. 119171287
Zitierlink http://www.rppd-rlp.de/pke0535
Zuletzt bearbeitet:01.12.2015

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